Qobuz-Tipp der Woche: „Daughter from Hell“ von Gracie Abrams
Folkpopstar Gracie Abrams bringt mit „Daughter from Hell“ ihr drittes Studioalbum heraus. Es geht um Liebeskummer und das Gefühl, überfordert zu sein.

Sängerin Gracie Abrams stand als Tochter von Star-Regisseur J.J. Abrams („Star Wars“, „Star Trek“) gerade am Anfang ihrer Laufbahn immer wieder in dem Ruf, ein sogenanntes Nepo-Baby zu sein. Man täte Abrams aber längst Unrecht, wenn man sie auf ihren berühmten Vater reduzieren würde: Als eigenständige Musikerin hat sie zwei erfolgreiche Studioalben herausgebracht und seit 2021 vier Tourneen als Headliner gespielt. Dazu kommen Auftritte als Support-Act von Olivia Rodrigo und bei Taylor Swifts jetzt schon legendärer „Eras Tour“ .
„I’m not a problem you can solve“
Und das passt gut zusammen. Denn mit Swift und Rodrigo teilt sich Abrams in ihrem jetzt erscheinenden dritten Studioalbum „Daughter from Hell“ die eindringliche Beschäftigung mit einem thematischen Dauerbrenner der Popmusik: Liebeskummer. „I’m not a problem you can solve“, singt Gracie Abrams im Opener „Hit the Wall“. Damit stellt sie die Frage, ob denn die gescheiterte Beziehung die enttäuschten Hoffnungen überhaupt jemals hätte erfüllen können. Es geht um Selbstzweifel und um die Angst, den Ex-Partner überhaupt nicht verdient zu haben. Sich aber doch immer weiter an die Hoffnung zu klammern, er möge doch noch zurückkommen.
Die meisten der 16 Tracks auf diesem Album sind eher ruhig gehalten. Doch in „Men like you“ bricht dann aus Trauer und enttäuschten Hoffnungen die Wut über den Ex hervor: „ know men like you/You live and breathe in shadows/How dare you make me choose/Between myself and shallows“. Es blitzt ein Funken der Emanzipation auf, die es braucht, um den Herzschmerz überwinden zu können.
„Look at my Life“
Solche Themen der 26-Jährigen, die 2023 für den Grammy in der Kategorie „Best New Artist“ nominiert war, sind für ein junges Publikum besonders anschlussfähig. Doch wie die Kolleginnen Swift und Rodrigo setzt sich auch Abrams mit dem Übergang zum Erwachsensein auseinander. In „Look at my Life“ reflektiert sie ihre vergangenen Jahre: Sie hat ihr Studium abgebrochen und eine erfolgreiche Karriere als Sängerin begonnen. Aber es bleibt die Frage, die viele Leute in ihrem Alter begleitet: Ich habe, was ich wollte – aber warum bin ich dann nicht glücklich? Sie blickt zurück und tut sich schwer damit, sich selbst noch zu erkennen.
In diesem Album werden sich Leute wiederfinden – und bei weitem nicht nur Teenager:innen. Denn es lebt von Gracie Abrams‚ ganz eigener Tiefgründigkeit – nicht von dem Namen ihres Vaters.
„Daughter from Hell“ jetzt bei Qobuz streamen.
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