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Qobuz-Tipp der Woche: „Yearnalism“ von Baby Rose

Baby Rose sitzt auf einem modernen Sessel neben einer alten Soundanlage
Baby Rose (Foto: Louisa Meng)

Mit ihrem dritten Album erhebt Baby Rose die Sehnsucht zur Triebkraft des Lebens und besingt stimmgewaltig ganz und gar persönliche Momente.

In Zeiten, in denen Dating-Apps versprechen, dass ihre Algorithmen die große Liebe berechnen können, wendet sich Baby Rose in ihrem dritten Album „Yearnalism“ den echten Gefühlen und der realen, tief empfundenen Sehnsucht zu. Freilich sind die zwölf Songs auf der Platte thematisch nicht sonderlich ausgefallen. Die meisten von ihnen kreisen um das All-time-favourite-Thema der Popmusik: Liebe. Aber die 31-jährige Sängerin aus den USA fügt ihre ganz eigene Perspektive in diesen thematischen Komplex ein und kreiert damit etwas Ungewöhnliches.

„Yearning is what keeps us going“

Mit „Yearnalism“ gibt Baby Rose nicht nur einen Namen für ihr an diesem Freitag erscheinendes Album. Sie fasst in diesem Begriff eine ganze Lebensphilosophie. Schon im Mai erklärte die Sängerin bei TikTok, was sie unter dem von ihr geschaffenen Begriff „Yearnalism“ verstanden wissen will: „The activity or profession of documenting desire and broadcasting every emotion.“ Es geht ihr um Yearning und Desiring. Es ist ein altes Thema, das sie da wieder aufgreift, indem sie die Sehnsucht zur Triebkraft des Lebens erklärt, zum „What keeps us going“. Diese Hingabe an die tief empfundene Sehnsucht versprüht das Album mit jeder Note.

Momente der Sehnsucht

Der Song „Friends Again“ wurde vor vier Monaten vorab als Single veröffentlicht. Mit dem ehemaligen Nickelodeon-Star („Victorious“) und Sänger Leon Thomas singt Rose ein Duett über einen vergangenen „Moment of Weakness“, in dem eine Freundschaft fast zu mehr zu werden schien. Aber nur fast. Und so sind die beiden jetzt mit dem Rätsel zurückgelassen, wie man nach diesem Moment der Sehnsucht noch „einfach so“ weiter befreundet sein kann. Ist eine Rückkehr zu dem, wie es vorher war, überhaupt möglich, sobald einmal tiefere Gefühle im Spiel waren?

Im Gedächtnis bleiben wird das Album wegen der besonderen, den Raum einnehmenden Stimme von Baby Rose, die alle von ihr besungenen Sehnsuchtsmomente zu Gänsehaut-Momenten macht. In poetischen Bildern singt Rose von den verwirrenden Emotionen am Ende einer Liebe. Wenn die Sehnsucht nach der anderen Person nicht mehr ganz da, aber noch in greifbarer Nähe ist. Sie singt von dem Kraftakt der Selbstliebe, den es braucht, um dieses Gefühl zu überwinden. Die ersten beiden Songs auf der Setlist des neuen Albums („When I’m Gone“ und „But, Nvm“) setzen hier den Ton.

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