MUSIK

Auf „Zeit“ weist überraschend viel auf ein Ende der Rammstein-Ära hin

Zu sehen ist eine alt wirkend Schwarz-Weiß-Aufnahme der Formation Rammstein.
Sie sind seit Jahren die international erfolgreichste deutsche Band: Rammstein.Foto: Jes Larsen
  • Mit „Zeit“ veröffentlicht die deutsche Erfolgsgruppe Rammstein ihr achtes Studioalbum.
  • Erscheinungstermin soll Freitag, der 29. April 2022, sein.
  • Nach den Pre-Listening-Events im Kino und der Bemusterung von Journalisten fürchten viele, es sei das letzte Rammstein-Album.

Nach dem die Promo-Kampagne zu ihrem neuen Album „Zeit“ zwar gewohnt provokativ war und für ausreichend Wirbel gesorgt hat, aber vergleichsweise friedlich ablief, macht nun doch eine vom Schreck geprägte Vermutung die Runde in Fan- und Journalistenkreisen: Hören Rammstein nach der Platte etwa auf? Ist es das letzte Werk der Band? Warum fragen sie in ihrem letzten Instagram-Beitrag zur Videopremiere, die am selben Tag der Albumveröffentlichung kommen wird: „Wer hat Angst“?

Von Altersmüdigkeit oder Abschied war bisher in der Öffentlichkeit keine Rede – im Gegenteil. Nach dreijähriger Abstinenz vom Studio, der wegen der Pandemie zweimal verschobenen Giga-Tour, die nun endlich doch noch stattfindet, und einer recht speziellen Kooperation von Till Lindemann mit der französischen Sängerin Zaz, kamen die neuen Singles als Lockstücke für das „Zeit“-Album in Abständen von etwa vier Wochen. Die Vorbereitung der Veröffentlichung wirkt normal. Niemand ahnt etwas Böses. Alle amüsieren sich zum Clip von „Zick Zack“, das dazugehörige Beauty-Magazin verkauft sich am Berliner Alexanderplatz prima.

 

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Doch es ist nicht von der Hand zu weisen: Das Thema auf dem Album „Zeit“ dreht sich um Vergänglichkeit. Eigentlich naheliegend, bei einem so benannten Fokustrack. Es bleibt aber nicht bei diesem einen, künstlerischen Anzeichen für einen baldigen Abschied, auf der elf Songs umfassenden neuen Rammstein-Scheibe: Nachdem in „Zick Zack“ der groteske Kult um verjüngende Schönheitsoperationen besungen wird, holt in der bezeichnenden Ballade „Zeit“ Gevatter Tod die Formation ein, wobei einem der Text ins Ohr schießt: „Wenn unsere Zeit gekommen ist/Dann ist es Zeit zu gehen/Aufhören, wenn es am schönsten ist/Die Uhren bleiben stehen“. Und dann schließt das Album auch noch mit einer Nummer namens „Adieu“, die nur einen Tag vorm Albumrelease erschienen ist. Und insgeheim wird das Album gerade sowieso schon als beste Rammstein-Platte aller Zeiten gehandelt.

Sind das genug Anspielungen auf ein Aus? Ein Abschied wirkt tatsächlich nah und fern zugleich, denn jetzt werden im Sommer erst einmal die Nachholkonzerte von 2020 gespielt – mutmaßlich folgt dann noch eine lange Welttournee. Ob aus der Neuen Deutschen Härte dann eine Alte-Deutsche-Härte-Band geworden ist? Zeigen wird es uns die Zeit.

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