- Review
„Henki“ von Richard Dawson & Circle: Experimenteller Rock mit seltsam unwiderstehlichen Melodien
Das gemeinsame Album von Richard Dawson und der finnischen Meterband Circle setzt sich mit einer Botanikerin und antiken Kräuterhändlern auseinander.

Richard Dawson ist ein großer Geschichtenerzähler: 2017 hat sich der Engländer für „Peasant“ in die Köpfe von Soldaten, Bettlern und Prostituierten des frühen Mittelalters versetzt und vor zwei Jahren mit „2020“ ein so pittoreskes wie realistisches Bild seiner Inselheimat gezeichnet. „Henki“ (Finnisch für „Geist“), seine erste Zusammenarbeit mit der finnischen Metalband Circle, soll laut Eigenaussage weniger konzeptuell sein.
Trotzdem sind alle sieben Tracks nach verschiedenen Pflanzen benannt, und Dawson erzählt in seinen Texten von der Botanikerin Isabel Clifton Cookson („Cooksonia“), antiken Kräuterhändlern (das zwölfminütige Herzstück „Silphium“) und Donald Currey, der einst versehentlich den ältesten Baum der Welt gefällt hat („Methuselah“). Der experimentelle Rock von Circle passt fast unheimlich gut zu Dawsons überraschenden, aber seltsam unwiderstehlichen Melodien; an Metal erinnert neben einzelnen Instrumentalpassagen lediglich der Sinn fürs Epische, der das Album durchzieht. Richard Dawson & Circle – eine Geschichte, die hoffentlich noch nicht auserzählt ist.
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