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„Keine weiteren Fragen“ von Ross Thomas: Drinks & Dollars

Buchcover „Keine weiteren Fragen“ von Ross Thomas

Eigentlich kein schlechtes Leben, das Ross Thomas da in „Keine weiteren Fragen“ zeichnet. Den Lunch mit einem Scotch in der Hand verplaudern und um Mitternacht eine kleine Spritztour mit einem Koffer voller Dollars unternehmen: Man könnte Philip St. Ives glatt um seinen Tagesablauf beneiden. Er ist ein professioneller Mittelsmann, der im Auftrag von Versicherungen schon so manche Geldübergabe zuverlässig durchgeführt hat, um wertvolles Diebesgut zurückzuerhalten und die Polizei aus dem Spiel zu halten.

Natürlich läuft nie alles rund. Als ein seltenes Buch gegen eine Viertelmillion wiederbeschafft werden soll, gerät der notorisch misstrauische St. Ives an einen intriganten Cop, eine raffinierte Gaunerin und einen zwielichtigen Detektiv. Dabei lässt sich St. Ives weder von einer vermeintlichen Entführung noch vom Schneetreiben in Washington aufs Glatteis führen.

„Keine weiteren Fragen“ von Ross Thomas genießt man am besten bei Winterwetter und einem gefüllten Tumbler

Neben „Keine weiteren Fragen“ hat Ross Thomas Anfang der 1970er Jahre vier weitere Romane mit seinem lässigen Dandy geschrieben, der sich – stets den nächsten Drink in Reichweite – süffisant und verdammt laid back jeder noch so brenzligen Situation stellt und sein Pokerface nicht nur einzusetzen weiß, wenn er seiner Spielsucht frönt. Die fein geplotteten und dialogstarken St.-Ives-Fälle, die jetzt erstmals vollständig in deutscher Übersetzung erscheinen, sollte man am besten bei Winterwetter und einem gefüllten Tumbler genießen. Und dabei dann völlig entspannt die Beine auf einen Geldkoffer legen.

Mit „Keine weiteren Fragen“ hat es Ross Thomas auf unsere Liste der besten Krimis im November 2021 geschafft.

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