
- Review
The Rose Of Avalance: I.C.E.
Die Neo-Romantiker des Gruftie-Rock nähern sich immer mehr gängigen Pop-Standards an.

Die Neo-Romantiker des Gruftie-Rock nähern sich immer mehr gängigen Pop-Standards an.

Ivo Watts-Russell, Spiritus Rector dieses Projektes, feiert zum nunmehr dritten Mal zeitlupenhaften Schönklang und die harmonische Verschmelzung entrückter Frauenstimmen mit Kammermusik und süffiger Breitwandelektronik.

Melancholische Betroffenheitssongs, umschmeichelt von süsser Keyboard-Tiefe, aber ohne zeitlose Hooklines.

Die 1971 entstandene Platte ist zwar nicht Townes' beste, doch enthält sie magische Songs und großartige Balladen.

Was das Trio mit sparsamen Mitteln hervorzaubert, ist in den besten Momenten nichts weniger als eine obercoole Nachtbaratmosphäre – die Baker Boys wären hin und weg!

Ein furioses Album, das noch besser schiene, gäbe es den Vorgänger nicht.

Willy DeVille, dem noch immer ein fetter Frosch im Halse sitzt, hat sich für diese ausgeruhte Platte nach New Orleans begeben, und so klingt sie auch.

Durch monotone Techno-Hardcore-Gewitter irrlichtern Tarzan-Schreie, Sirenengeheul, flüchtige DOORS-Zitate und Trash-Gitarren. Musik aus dem Irrenhaus.

Erneut gelingen Gregg Allman, Dickey Betts & Co. die feinmaschigsten Rhythmusgewebe, die hypnotischsten Langstücke, die traumhaftesten Gitarren-Orgel-Duelle. Wirklich sture Hunde.

Ein Album ganz in Moll; trotz produktionstechnischer Schwächen so betörend schön und pathetisch groß, dass das Erwachen aus diesem atmosphärischen Trip ein bemerkenswert schmerzliches ist.