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„Salam – Rest in Peace“ auf ZDFneo: Das etwas andere Bestattungsunternehmen

„Salam – Rest in Peace“ ist eine charmante Culture-Clash-Serie, bei der die Kulturen des Sterbens aufeinanderprallen. Zu sehen auf ZDFneo und in der ZDF-Mediathek.

Was ist der sicherste Servicesektor der Welt? Richtig, die Bestattungsbranche – denn gestorben wird immer. Nur damit zu tun haben, will eben niemand. Die belgisch-marokkanisch-deutsche Serie Salam – Rest in Peace (in der ZDF-Mediathek) ist eine charmante Komödie, die dem etwas abgenutzten Culture-Clash-Genre einen neuen Dreh gibt. Denn was hier „clasht“, sind die Kulturen des Sterbens – und des unterirdischen Nachlebens.

„Salam – Rest in Peace“: Der Bestattungs-Life-Hack

Ismael (Yassine Quaich) lebt mit seinem Mitbewohner Jean-Baptiste (Ward Kerremans) über einem alten Fitnessstudio. Beide halten sich mit Minijobs über Wasser, das Geld reicht gerade mal so für die Miete, und so einen richtigen Plan fürs Leben haben sie auch nicht. Sie wissen nur eins: Sie wollen reich werden – und das so schnell wie möglich. Als Ismaels Vater (Ben Hamidou) kurzfristig nach Mekka fliegt, überschreibt er Ismael, seiner Schwester Nadia (Ahlaam Teghadouini) und ihrem Freund Rashid (Saïd Boumazoughe) sein Rückführungsunternehmen für verstorbene Moslems. Während Rashid die große Modernisierungsoffensive plant, wittern Ismael und Jean-Baptiste bereits die Millionen und machen aus dem Rückführungs- kurzerhand ein Bestattungsunternehmen. Der Clou: Sie lassen kistenweise ausländische Erde einliefern, um den belgischen Moslems ein Begräbnis in heimischer Erde zu garantieren.

„Elon Musk der Bestattungsbranche“

Was erstmal nach einer abstrusen Idee klingt, wird zum Erfolg. Die achtteilige Serie nähert sich auf spielerische Weise einem immer noch ungern besprochenem Thema: dem Tod. Und fragt uns: Wie gehen wir mit unseren Toten um? Welche Traditionen und Riten sind Teil unserer Trauer?

Durch pointierte Gespräche, kluge, rückwärts laufende Introsequenzen und einen frischen Look, schaut sich die Serie angenehm weg. Hier und da verfallen die etwas überzeichneten Charaktere allerdings in etwas peinlichen So-klingt-die-Jugend-Slapstick: ein bisschen zu viel „coole“ Handshakes und ein bisschen viele Spitznamen à la GTA. Trotzdem ist Salam – Rest in Peace eine sehenswerte Serie, die ein interessantes Spannungsfeld migrantischer Familien offenbart: „Beerdigen wir Oma hier oder in der Heimat?“ – Ismael liefert mit seiner revolutionären Bestattungsmethode eine augenzwinkernde Lösung.

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