„Spielfeld der Macht. Die WM in Trumps Amerika“ – Wie politisch ist Sport wirklich?
Die Fußball-Weltmeisterschaft steht in den Startlöchern. Passend dazu gibt es jetzt die Doku „Spielfeld der Macht. Die WM in Trumps Amerika“.
Stehen bei euch auch schon die Leinwand, das Bier und die Vuvuzelas bereit? So langsam wäre es an der Zeit, denn das erste Spiel der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft mit Mexiko gegen Südafrika findet schon in einer Woche statt. Zu den Gastgeberländern gehört in diesem Jahr die USA, die mit Präsident Donald Trump nicht nur einen enthusiastischen Sportfan im höchsten Amt hat, sondern auch einen Strategen, der Sportereignisse für seine eigene Politik instrumentalisiert. Erst im Dezember bekam der 79-Jährige den ersten „FIFA-Friedenspreis – Fussball vereint die Welt” von FIFA-Präsident Gianni Infantino überreicht.
Doch wie wird sich Trumps Verhalten auf die diesjährige Fußball-WM auswirken? Wie gehen die Menschen in den USA damit um? Sollten Politik und Sport zwei voneinander unabhängige Thematiken sein? Und geht das überhaupt? Diesen Fragen gehen die Journalisten Ingo Zamperoni und Philipp Awounou in der Doku „Spielfeld der Macht. Die WM in Trumps Amerika“ nach. Dazu befragen sie auf einem Roadtrip durch die USA unter anderem Sportler:innen, Expert:innen und Trump-Supporter:innen nach ihren Einschätzungen. Die Dokumentation läuft am 8. 6. um 20:15 Uhr im Ersten und ist schon in der ARD-Mediathek zu finden.
Politik bei Sportevents: Zeit für Statements oder Auszeit von Debatten?
In einem Land mit vielen Einwohner:innen gibt es bekanntermaßen auch viele verschiedene Meinungen: Während Fußballfans wie Diego und Amanda sich bezüglich des politischen Klimas um das Turnier und die anreisenden Fans sorgen, kann die amerikanische Influencerin Emily Austin die Kritik an der Migrationspolitik und die Angst vor den Handlungen der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE nicht verstehen. Auch bei der Frage, inwiefern Sport und Politik sich gegenseitig bedingen, gehen die Meinungen auseinander. Jürgen Klinsmann, der ehemalige Trainer der deutschen und amerikanischen Nationalmannschaft, bevorzugt eine bewusste Trennung: „Fußballmannschaften, die zu einem Turnier anreisen, haben einen Job: erfolgreich Fußball zu spielen – und nichts anderes.“ Die einstige Kapitänin des Fußballklubs Angel City FC, Ali Riley, sieht das anders und hält politische Statements im Sport für essenziell. Im vergangenen Sommer setzte ihr Klub beispielsweise ein Zeichen, als er sich als „Immigrants City FC“ präsentierte.
Mit diesen und vielen weiteren Meinungsbeiträgen fängt die Dokumentation die aktuelle Stimmung in den USA rund um die WM ein. Zamperoni, Awounou und ihr Team machen dabei einen guten Job, die unterschiedlichen Positionen zu beleuchten und einzuordnen. Welche Rolle Politik und insbesondere Donald Trump nun tatsächlich beim Turnier spielen werden, bleibt abzuwarten.