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„Prisoner – Auf der Flucht“: Actionthriller für den Feierabend

Prisoner - Auf der Flucht: Amber und Tibor sind aneinander gekettet
Gefangen: Amber und Tibor versuchen, dem Syndikat „Pegasus" zu entkommen. (Bild: Sky UK)

Sie studiert Kriminalpsychologie, er ist Auftragskiller mit soziopathischen Zügen. Was sie verbindet: Der Wille zu überleben und ein Paar Handschellen.

Eine prinzipientreue Justizbeamtin und ein skrupelloser Auftragskiller müssen in „Prisoner – Auf der Flucht“ (ab 19.6. in der ARD Mediathek) einem Verbrechersyndikat entgehen. Das Problem: Sie sind mit Handschellen aneinander gekettet. Das größere Problem: Die Killerin Nina Drágus, ehemalige Schülerin besagten Auftragskillers, ist ihnen auf den Fersen. Das ungewöhnliche Duo, bestehend aus Amber Todd und Tibor Stone, muss sich nach London durchschlagen, denn dort soll Tibor gegen das Verbrechersyndikat Pegasus aussagen, für das er einst gearbeitet hat. Um ihn zum Schweigen zu bringen, lässt Syndikatsboss Harrison Dempsey den Polizeikonvoi überfallen, und plötzlich ist Tibor Ambers einzige Überlebenschance. Dabei kann sie nur bedingt auf ihre moralischen Überzeugungen Rücksicht nehmen, denn zu Hause warten ihr Ehemann und ihr neugeborenes Baby auf sie. Was könnte diese Ausgangssituation verschlimmern? Richtig: Ein Maulwurf in den eigenen Reihen, Tibors Diabetes und riskante Entscheidungen, die Ambers Mann und Kind in Lebensgefahr bringen.

Amber und Tibor stehen in einem Raum ohne Fenster, umringt von den Verbrechern, die sie gerade außer Gefecht gesetzt haben.
Amber (Izuka Hoyle) muss entscheiden, welche moralischen Prinzipien sie für ihr Überleben aufzugeben bereit ist. Bild: Sky UK

„Prisoner – Auf der Flucht“ ist eine Actionthrillerserie mit sechs Folgen und erfüllt gleich zu Beginn alles, was man von einer solchen erwarten kann. Es gibt Maschinengewehre, große Glassplitter im Rücken, die zur Wundversorgung herausgezogen werden, und eine gewaltige Explosion in einem Tunnel. Dramatische Musik versucht, schon vor dem Überfall auf den Konvoi Spannung aufzubauen, die von gut zwei Minuten Infodump in der Polizeizentrale beinahe wieder zunichtegemacht werden. Zumindest, wenn da nicht noch die zunächst wortkargen Interaktionen zwischen Amber (Izuka Hoyle) und Tibor (Tahar Rahim) wären, die auch dank starker Schauspielleistungen auf beide Figuren und ihre Dynamik neugierig machen. Tibor strahlt eine berechnende Ruhe aus. Amber ahnt zunächst nicht, dass sie einen Soziopathen vor sich hat, und versucht bis zuletzt, ihre moralischen Werte nicht zu verraten.

Der finale Showdown spielt sich anders ab als anfangs erwartet, aber man kann nicht umhin, die Logik infrage zu stellen, die ihn – und Ambers Rolle darin – ermöglicht. Für einen unterhaltsamen Abend mit Verfolgungsjagden, Verrat und jeder Menge Action ist „Prisoner – Auf der Flucht“ aber genau das Richtige. Da muss es einen auch nicht stören, dass Drehbuchautor Matt Charman seinen Protagonisten das eine oder andere Mal unter die Arme greift.

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