„Devil’s Playground“: Panik in der Katholischen Kirche
Die Miniserie verspricht einen tiefen Einblick in die Machtstrukturen, die den Missbrauch in der Katholischen Kirche in Australien vertuschten.
Die Hauptfigur Tom Allen der Miniserie „Devil’s Playground“ (ab 19. Juni in der Arte-Mediathek) kennt man schon aus dem gleichnamigen Film. In „Spielplatz des Teufels“ von 1976 war er ein 13-jähriger Junge in einem katholischen Internat in Australien in den 50er-Jahre. Für die Miniserie mit sechs Folgen kehren er und sein Schauspieler Simon Burke in das Sydney der 80er zurück. Tom Allen ist Mitte vierzig, Psychiater, alleinerziehender Vater von zwei Kindern und überzeugter Katholik. Als er Beichtvater im lokalen Seminar wird, kommt er systematischem sexuellem Missbrauch und dessen Vertuschung auf die Spur. Plötzlich gilt ein Schulkamerad seines Sohnes als vermisst.
„Devil’s Playground“ spielt zu einer Zeit, in der die Katholische Kirche in Australien panisch versuchte, ihr Ansehen vor den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs durch Geistliche zu schützen, ehe diese in großem Umfang öffentlich wurden. Tom Allen gerät in einen Sog aus Intrigen und Lügen. Auf seiner Suche nach der Wahrheit sieht er sich mit politischen Fragen und der Panik einer Institution konfrontiert, und hinterfragt auch seinen eigenen Glauben. Die sorgfältig recherchierte Miniserie bietet einen tiefen Einblick in die Hierarchien der Katholischen Kirche, die teils bis heute der Aufarbeitung im Weg stehen.