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„The Hack“: Wer hört mit?

The Hack, Folge 1: Investigativjournalist Nick Davies telefoniert angespannt herum, in der Hoffnung auf Informationen.
Nick Davies (David Tennant) telefoniert hartnäckig jedem hinterher, der etwas wissen könnte. (Bild: CTV)

Die Serie verbindet True-Crime-Doku und Politthriller: Journalist Nick Davies kommt einem Abhörskandal auf die Schliche.

„The Hack“ (ab 12. 6. in der Arte-Mediathek) dramatisiert zwei wahre Kriminalfälle in Großbritannien: den Abhörskandal, bei dem die Boulevardzeitung News of the World die Handymailboxen tausender Politiker, Prominenter und gewöhnlicher Bürger abhörte, und den Cold-Case-Mord an Privatdetektiv Daniel Morgan. Die Miniserie verbindet in sieben Folgen True-Crime-Doku und Politthriller. Der Fokus wechselt mit jeder Folge zwischen den beiden Fällen, bis deren Verbindung immer deutlicher wird.

Nick Davies (David Tennant), Journalist des Guardian, versucht entgegen aller Widerstände, den Abhörskandal an die Öffentlichkeit zu bringen. Zwischen 2002 und 2011 hörte die Zeitung News of the World des Medienkonzerns von Rupert Murdoch Handymailboxen ab, um an brisante Storys zu gelangen. Als der Skandal aufflog, wurden vor allem ein Reporter und Chefredakteur Andy Coulson verantwortlich gemacht, doch Nick Davies erfährt von einer anonymen Quelle, die Datenschutzverstöße seien „endemisch“ gewesen. Sein Bekannter, Polizeidetektiv Dave Cook (Robert Carlyle), rollt in der Zwischenzeit einen Cold Case wieder auf, der mit dem Skandal in Verbindung zu stehen scheint. Ein Privatdetektiv, dessen Detektei mit News of the World zusammengearbeitet hat, wurde mit einer Axt ermordet. Gegen die vier Tatverdächtigen liegen (noch) nicht ausreichend Beweise für eine Verhaftung vor, aber Cook hofft, die Täter mithilfe von Wanzen zu überführen.

„The Hack", Folge 2: Policedetective Dave Cook (Robert Carlyle) steht im Büro des Dezernats.
Polizeidetektiv Dave Cook (Robert Carlyle) bringt seine Familie in Gefahr, indem er den Cold Case wieder aufrollt. Foto: ITV

„The Hack“ basiert weitgehend auf Fakten und verwendet überwiegend echte Namen, enthält aber ein paar erfundene Figuren und Szenen. Mit dieser Balance zwischen Wahrheit und Fiktionalisierung spielt die Serie: Vertrauliche Namen werden durch einen Beep ersetzt, und Nick Davies durchbricht die Vierte Wand, um Namen oder Begriffe einzuordnen, was den Handlungsfluss erstaunlicherweise nicht stört. Das liegt womöglich auch daran, dass die Serie dieses Stilmittel nur für Folgen aus Davies Perspektive reserviert. Die Einschübe, ebenso wie einige Dialoge, bringen einen teils skurrilen Humor in die Serie; ob man da immer mitgeht, ist Geschmackssache. So schlägt Nick Davies der Reihe nach vier Möchtegern-Darstellern seiner geheimen Quelle mit einem genervten „Nein, Sie sind es nicht“ die Tür vor der Nase zu, ehe der Richtige aufmacht. Die deutlich nüchternere Cold-Case-Ermittlung bildet ein Gegengewicht, sodass der Ton insgesamt die Balance hält.

Die Nachforschungen der Hauptfiguren haben schnell Auswirkungen auf ihr Privatleben und ihre Familien. So bleiben Davies und Cook nicht Journalist und Polizist, sie sind auch Väter und Ehemänner, deren Familien auch ohne den Fall ihre eigenen Probleme haben. Diese fügen sich in die Haupthandlung ein, ohne davon abzulenken, und verleihen den Figuren zusätzliche Tiefe. „The Hack“ zeigt mit Spannung und detaillierter Recherche, wie wichtig mutiger Investigativjournalismus ist.

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