- Review
Schnipo Schranke: rare
Schnipo Schranke lassen sich von dem Wirbel um „Pisse“ nicht einschüchtern und legen mit „rare“ ein mutiges zweites Album vor.
„Wenn ich keine Songs mehr schreiben würde, in denen das Wort ,Pimmel’ vorkommt, wäre das gegen mein Naturell“, reagiert Daniela Reis auf den Vorwurf, gleich der Opener vom zweiten Schnipo-Schranke-Album würde das „Pisse“-Erfolgsrezept bedienen, mit dem das Hamburger Duo vor zwei Jahren so große Aufmerksamkeit erregt hat. Tatsächlich ist der Song „Pimmelreiter“ sogar eine Reaktion auf die oft fragwürdige Berichterstattung der Presse. „Es hat schon ein bisschen genervt, wie man sich an unserem Fäkalhumor aufgehängt hat, ohne mal zu gucken, wovon denn ansonsten in den Texten die Rede ist“, so Reis. Nicht zuletzt deshalb sind die restlichen Texte von „rare“ wohl wesentlich direkter, ehrlicher und abgründiger. Im Kontext von Liebe und Beziehungen sind Themen wie Selbstzweifel und Depression inzwischen weitgehend akzeptiert, doch es bleibt abzuwarten, wie das Publikum auf einen Song wie „Dope“ reagiert, der nicht den typischen Schnipo-Schranke-Humor anbietet, um sich dahinter zu verstecken. Doch das mulmige Gefühl ist Reis gerade wichtig: „Je mehr man sich für einen Song schämt, desto wichtiger ist es, ihn auf die Bühne zu bringen. Das schützt dich davor, belanglos zu werden.“
rare
LIVE 8. 3. Oberhausen, 9. 3. Köln, 10. 3. Frankfurt, 11. 3. Stuttgart, 13. 3. München, 14. 3. Erlangen, 15. 3. Leipzig, 16. 3. Dresden, 17. 3. Berlin, 18. 3. Hamburg
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