MUSIK

Silly Boy Blue: Mit Bowie Leben retten

Lange, bevor David Bowie zu Ziggy Stardust, Aladdin Sane oder dem Thin White Duke wurde, nahm er 1967 sein allererstes Album auf. Heute tun viele Fans gern so, als hätte es die Platte mit dem einfachen Titel „David Bowie“ nie gegeben. Aber nicht alle Fans. Die französische Künstlerin Ana Benabdelkarim zum Beispiel mag einen Song auf der LP so gern, dass sie ihn sogar zu ihren Künstlernamen gemacht hat: Ihre Solokarriere bestreitet sie als Silly Boy Blue. Und unter diesem Namen hat sie heute eine neue Single veröffentlicht, die ein Vorbote auf ihr kommendes Album ist. Schaut euch das Video zu „Hi, it’s me again“ oben auf unserer Seite an.

In dem Lied geht es um die Interaktion mit einem Ex – oder besser gesagt der Abwesenheit der Interaktion. „,Hi, it’s me again‘ ist ein Lied, das ich geschrieben habe, anstatt meinem Ex zu schreiben oder anzurufen, weil ich in dem Moment die Wörter nicht gefunden habe“, sagt Ana. „Es sind alle die Dinge, die ich gern gesagt und gefragt hätte, deshalb heißt es so. Es ist kurz vor Belastbarkeit, wenn man beginnt, die Trennung zu verstehen, aber noch immer so viele Fragen im Kopf hat. Ich habe beschlossen, sie aufzuschreiben, anstatt mal wieder die verrückte Exgeliebte zu sein.“ „Hi, it‘s me again“, ist ein elegischer Dark-Pop-Song, der diese Reue und Melancholie mit Streichern und hallenden Drums einfängt.

Wie Silly Boy Blue anderen helfen möchte

Im Video dazu zieht Silly Boy Blue in verschiedenen Posen und Kontexten an der Kamera vorbei. Die verschiedenen Facetten ihrer Persönlichkeit sind Ana nämlich wichtig. Sie ist ja auch nicht nur ein Fan von David Bowie, sondern auch Siouxsie & The Banshees, Lana Del Rey, Elliott Smith und vielen anderen Künstler*innen. Das Androgyne, Zweideutige an musikalischen Identitäten hat sie schon immer fasziniert. Als ehemalige Außenseiterin will sie mit ihrer Musik anderen Außenseiter*innen helfen. Sie glaubt, dass Lieder leben retten können.

„Ohne Musik wäre mein Leben völlig anders verlaufen“, erinnert sie sich. „Sie hat mir geholfen, mich ein bisschen weniger zu hassen. Mein größter Traum ist, dass mein Album einem Mädchen in die Hände fällt, das genauso fucked-up ist. Das nicht weiß, wer es ist, nicht weiß, ob es Jungen oder Mädchen bevorzugt. Und dass dieses Mädchen sich OK fühlt, während es mir zuhört. Ich will nur zurückzahlen, was Bowie und andere für mich getan haben.“

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