URBANE KULTUR

Kultur vom Lastwagen

Staatsoper Stuttgart
Die Geschichte vom Soldaten, Staatsoper Stuttgart, Foto: Martin SigmundFoto: Martin Sigmund

Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ (Foto) ist das beste Beispiel für die Kreativtät der Staatsoper Stuttgart, was die Bespielung der Stadt betrifft. Obwohl: Sie hat sich da schon ganz toll bei Strawinsky selbst bedient: Der war während des ersten Weltkriegs von 1917 bis 1918 im Schweizer Exil und schrieb dort „Die Geschichte vom Soldaten“ – für eine mobile Bühne!

Staatsoper: Igor Strawinsky als Vorbild

Die Staatsoper Stuttgart wiederum bespielte mit dem Märchen vom Teufel und dem Soldaten bereits den Cannstatter Kulturwasen, das GAZi-Stadion, das Römerkastell und das Gelände der Wagenhallen. Am 4. und 5. Juli folgt fährt der Truck der Staatsoper vor das Mercedes-Benz-Museum, am 9. Juli wird er auf dem Vorplatz des Opernhaues stehen.

Staatsopernchor: Die Freiheit, sich zu irren

Doch das ist noch lange nicht alles. Im Opernhaus selbst findet der Littman-Salon mit Gesprächen und Musik statt (7. und 12. Juli), „Sound of Silence“ wird die Radioshow Nr. 6 am 11. Juli heißen, und im Rahmen einer Preview Madrigale werden unter dem Titel „Quälend süße Einsamkeit“ am 19. Juli sechs Musikfilme über Gefühle im Ausnahmezustand gezeigt. In den Stuttgarter Stadtraum geht es am 12., 15. und 16. Juli, wenn der Staatsopernchor ein Bühnenfreifestspiel unter dem Titel „Demo(kratie)“ gibt. Regisseur Valentin Schwarz, der ursprünlich für die diesjährige Ring-Inszenierung in Bayreuth gebucht war, macht den Chor der Staatsoper zum Kern einer Demo für die Kunst sowie für die Vernunft, das Richtige zu tun. Und für die Freiheit – auch für die Freiheit, sich zu irren. Vor allem mit letzterem ist Schwarz in Stuttgart auf der Höhe der Zeit.