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„Tehran – Staffel 2“: Mossad-Agentin wird in Teheran gejagt

Zwei Monate ist es in Tehran – Staffel 2 her, seit die Mossad-Aktion im Iran scheiterte („Tehran“ – Staffel 1). Jetzt bringt Apple TV+ mit der zweiten Staffel der Serie die Fortsetzung der Handlung. Die Agentin Tamar (Niv Sultan) ist noch immer in Teheran untergetaucht und mischt gleich zu Beginn der zweiten Staffel an einer Befreiungsaktion eines im Iran gefangenen israelischen Piloten durch den Mossad mit. Aber was heißt mitmischen: Tamar ist für die gesamte IT-Voraussetzung verantwortlich, die die Befreiungsaktion überhaupt erst möglich macht: Sie organisiert den Stromausfall in einem Krankenhaus, fälscht Gehirn-MRTs in Echtzeit, öffnet und verschließt Türen während einer Verfolgungsjagd und steigt am Ende selbst in die Katakomben des Krankenhauses hinab, um die Verfolger vom iranischen Geheimdienst auf die falsche Fährte zu locken. Schließlich aber braucht sie doch die Hilfe einer zunächst unbekannten Frau, gespielt von Glenn Close. Dieser Twist kommt so plötzlich und – nein, nicht aus heiterem Himmel, wir sind ja in den dunklen Krankenhausgängen – wie von einem Deus Ex Machina gesteuert, dass man nach den vielen vorherigen Twists für einen Moment nicht mehr mitgehen mag. Aber die darauf folgende Schießerei lenkt doch schnell von dieser Schwäche im Drehbuch ab.

Natürlich ist in Tehran Staffel 2 das zentrale Ziel der Aktion Israels in Iran weiterhin die Zerstörung des iranischen Atomreaktors. Doch der Start in die Handlung zeigt nur ein bedingt offensives Auftreten des israelischen Geheimdienstes. Noch immer werden die Scherben der missglückten Aktivitäten aus der ersten Staffel beseitigt, werden Gefangene befreit und gerettet. Und der iranische Gegenschlag am Ende der ersten Folge, von dem hier nichts verraten werden soll, ist die brutale Rache noch am gleichen Abend für die Düpierung des gesamten feindlichen Geheimdienstes durch eine Handvoll Undercover-Agenten Israels mitten in Teheran.

Wie schon in der ersten Staffel ist auch in Tehran Staffel 2 Moshe Zonder („Fauda“) der Showrunner der Serie. Überhaupt kommen seit einigen Jahren viele gute Serien aus Israel,  viele von ihnen erhalten Remakes, wie etwa mit der deutschen Serie „Euer Ehren“, der US-amerikanischen Serie „Suspicion“ oder der französischen Serie „In Therapie“. Dabei ist aus jedem Genre etwas dabei, vom Geheimdienstthriller bis hin zum psychologischen Kammerspiel. jw

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