„The Veil“: Elisabeth Moss dominiert diese Serie
Die actionreiche Thrillerserie „The Veil“ zeigt Elisabeth Moss als MI6-Agentin, die mit allen Wassern gewaschen ist und es mit dem ihrem eigenen Geheimdienst, dem französichen Geheimdienst und der CIA gleichermaßen aufnimmt. Jetzt bei Arte und in der Mediathek.
Was für ein Geflecht: Die britische MI6-Agentin Imogen Salter hat was mit dem französichen DGSE-Agenten Malik Amar und holt unter seiner Führung die Französin Adilah El Idrissi aus einem winterlich-verschneiten Flüchtlingslager an der syrisch-türkischen Grenze raus, weil Idrissi dort als IS-Mörderin verdächtigt wird und kurz vor ihrer Ermordung steht. Gleichzeitig will die CIA sich in Person von Max Peterson Adilah El Idrissi schnappen, denn Peterson glaubt auch, dass die Frau beim IS war. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt – sowohl in Paris als auch auf dem Fluchtweg von Imogen Salter und Adilah El Idrissi, denn alle sind hinter den beiden her. Die sechsteilige Spionageserie „The Veil“ läuft bei ZDFneo und kann in der ZDF-Mediathek gestreamt werden.
Die Serie „The Veil“ ist immer wieder rasant und spannend inszeniert, dann wieder dominieren Gespräche die Handlung. Vor allem die Art, wie Elisabeth Moss („Shining Girls“, „Top of the Lake“) die nie um eine Lüge verlegene Imogen Salter spielt, ist absolut reinziehend. Nur manchmal – vor allem in der ersten Folge – präsentiert sie die Agentin zu übertrieben selbstbewusst und selbstverliebt in ihre Arbeit. Aber wie sie Adilah El Idrissi im Smalltalk aushorcht und jedes winzige Detail in Wort, Mimik und Gestik an der von Yumna Marwan undurchschaubar gespielten möglichen IS-Mörderin unter die Lupe nimmt, ohne dies zu zeigen, ist brillant gespielt. Noch dazu, wo dies auf dem Weg nach Istanbul so nebenbei geschieht, während sie verfolgt werden und beide sich in Lebensgefahr befinden. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich dabei so etwas wie eine Freundschaft, ohne dass je das gegenseitige Misstrauen einschlafen würde. Nach drei gesichteten von insgesamt sechs Folgen setzt sich dieses Spiel auch in Paris fort, wo Josh Charles („We own this City“) nicht nur die Arroganz des CIA-Agenten raushängen, sondern auch Imogen Salter auf Schritt und Tritt überwachen lässt.

Die aber ist mit allen Wassern gewaschen und weiß immer wieder clever abzutauchen und auch ihren Lover und Kollegen Malik Amar (Dali Benssalah, „Keine Zeit zu sterben“) zu versetzen, während sie schon längst ganz genau ahnt, wer Adilah El Idrissi wirklich ist. „The Veil“ ist eine Serie, die durchaus manche Schwäche hat. Aber wenn man darüber hinwegsieht, hat man auch diesen Thriller ganz schnell weggebingt, denn man will wissen, wohin die Reise von Adilah El Idrissi und Imogen Salter noch gehen wird, während sich eine schmutzige Bombe auf dem Schiffweg in die USA befindet. Regie führte Daina Reid, die auch schon die Serie „Sihning Girl“ drehte sowie einzelne Folgen von „The Handmaid’s Tale“. Schöpfer der Serie und ihr Drehbuchautor ist Steven Knight, der auch die Drehbücher für die Filme „Spencer“ und „Maria“ des Regissurs Pablo Larraín geschrieben hat. Elisabeth Moss aber ist längst Produzentin fast aller Filme und Serien, in denen sie mitspielt, so auch hier.