MUSIK

Auf den letzten Drücker: Trump begnadigt Rapper

Lil Wayne Trump

Noch heute, am 20. Januar, findet Joe Bidens Amtseinführung als neuer US-Präsident statt. Donald Trumps Amtszeit ist dann offiziell vorüber, schon am Morgen soll er das Weiße Haus verlassen. Als eine seiner letzten Amtshandlungen hat der scheidende Präsident eine Reihe von Begnadigungen für verurteilte Kriminelle ausgesprochen, darunter auch für zwei berühmte Rapper. So hat Trump Lil Wayne begnadigt und im Fall von Kodak Black das Strafmaß herabgesetzt.

Wie ein Statement des Weißen Hauses verrät, hat Trump insgesamt 73 Personen begnadigt und die Strafe von 70 weiteren Personen abgewandelt. Darunter sind auch ehemalige politische Verbündete Trumps wie etwa Steve Bannon.

Wie Pitchfork berichtet, hat ein Gericht in Florida Lil Wayne im November wegen Waffenbesitzes als verurteilter Verbrecher angeklagt. Im Dezember hat Wayne auf schuldig plädiert und ist verurteilt worden, bis zu 10 Jahre hätte seine Gefängnisstrafe dauern können.

Lil Wayne: „Verlässlich, gutherzig, großzügig“

In dem Statement der Regierung wird als Begründung für Waynes Begnadigung dessen Großzügigkeit angegeben, die sich durch Spenden an Krankenhäuser und Lebensmitteltafeln äußere. Es zitiert außerdem Brett Berish, den CEO der Spirituosenfirma Sovereign Brands, der Lil Wayne als „verlässlich, gutherzig und großzügig“ beschreibt. Auch der ehemalige Footballer Deion Sanders hat sich für Wayne eingesetzt und ihn als „Ernährer seiner Familie, Freund von vielen, gläubigen Mann, geborenen Spender an die Benachteiligten, Wegbereiter und Pionier“ beschrieben.

Kodak Black hat ebenso viel Unterstützung gehabt, darunter von seinen Rapperkollegen Lil Yachty, Lil Pump und Gucci Mane. Auch hier beruft sich das Statement auf seine Wohltätigkeit. So hat Kodak Black noch im Gefängnis 50 000 Dollar an eine Organisation gespendet, die kleinen Betrieben durch die Covid-Krise helfen will. Ein Gericht hatte den Rapper zu 46 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er im Mai 2019 fälschlich angegeben hatte, nicht unter Anklage zu stehen, um Waffen kaufen zu können. Zu diesem Zeitpunkt war er aber bereits wegen sexueller Gewalt angeklagt.

Was genau Trump bewogen hat, die beiden Rapper zu begnadigen, ist nicht bekannt. Vielleicht haben ihn einfach die prominenten Stimmen überzeugt. Zumindest im Fall von Lil Wayne könnte aber auch persönliche Sympathie im Spiel gewesen sein. Denn Wayne hat sich im Vorfeld für Trump stark gemacht und ihn als einer von wenigen Rapper*innen offen unterstützt. Im Oktober hat er auf Twitter von einem „tollen Treffen“ mit Trump gesprochen.

Keine zwei Tage nach seiner Begnadigung hat Lil Wayne einen Song veröffentlicht, in dem er sich auf seine Gefängnisstrafe bezieht.