TV-Tipp: Billy Bob Thornton ist „Astronaut Farmer“
Die Geschichte eines Farmers, der privat zum Astronauten wird, ist kitschig und konservativ – aber auch lustig und märchenhaft. Unser Fernsehtipp
Es war einmal ein Farmer, der hieß, wie das im Märchen so ist, Charles Farmer (Billy Bob Thornton). Er liebte seine wunderschöne Frau, er liebte seine niedlichen Kinder, und noch mehr liebte er nur die Raumfahrt. So sehr wünschte er sich, einmal durch den Weltraum zu gondeln, dass er in der Scheune seines irgendwo im texanischen Nirgendwo gelegenen Bauernhofs eine Rakete erbaute. Doch – und hier kollidiert das Märchen mit der Realität – regieren mittlerweile auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Wirtschaftsinteressen und Medienmacht, und Politiker und FBI-Agenten wollen dem Idealisten seinen Traum versagen. „Astronaut Farmer“ kontrastiert die Naivität des Dörflers mit einem tapsigen, formelhaften Bild vom Bürokratenstaat.
Die erste mit einem großen Budget ausgestattete Arbeit der preisgekrönten Indie-Filmemacher Mark und Michael Polish ist ein bisweilen sehr witziges, aber immer nahe am Kitsch agierendes Plädoyer für Familienwerte und Eigeninitiative – und als solches auch zutiefst konservativ. Die amerikanische Kleinstadtidylle, die hier heraufbeschworen wird, ist eine Fiktion, in der der schwarze Briefträger der einzige Vertreter einer ethnischen Minderheit ist. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann träumen sie noch heute … (to)
„Astronaut Farmer“ läuft um 22.15 Uhr bei ServusTV Deutschland.