- Review
„Cusp“ von Twin Tooth: Alles ist miteinander verschmolzen
Soul, HipHop, Conscious Rap, Wave, Elektro, IDM: Auf „Cusp“ von Twin Tooth ergibt all das wunderbar unaufdringlichen Pop.

Respekt! Was zunächst wie eine Symbiose aus Kat Frankie und Anna von Hausswolff klingt, dann Coco Rosie und Moor Mother andeutet, aber auch mit Anna Calvi liebäugelt, lässt viele Vermutungen zu: Solokünstlerin oder Duo? Amerikanisch oder britisch? Newcomer oder alte Häsin? Die Antworten: Anna Kohlweis und Jan Preißler, Wien und Berlin, beides. Kohlweis als auch Preißler sind erfahrene Musiker in verschiedenen Konstellationen, sowohl in Elektronica und Avantgarde als auch in Folk und Pop bewandert, als Duo Twin Tooth machen sie aber erstmalig gemeinsame Sache. Und zwar auf Entfernung, denn ihr gemeinsames Debütalbum haben sie aufgrund der Corona-Pandemie getrennt voneinander ins Leben geholt.
Unglaublich, denn „Cusp“ ist ein vielschichtig verschmolzenes Werk geworden, auf dem Kohlweis ihren nachdenklichen Gesang mal dramatisch anschwellen, mal nüchtern sprechen lässt, während Preißler exakte Soundakzente setzt. Von Soul über HipHop und Conscious Rap, von Wave über Elektro bis IDM – das alles zu einem unaufdringlichen Pop gemischt, der immer den Song in den Vordergrund stellt. Ein wahnsinnig gutes Debüt, das mit zahlreichen musikalischen Ingredienzien bei selbstbewusstem und kompromisslosem Pop ankommt.
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