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Wie eine lebende Abrissbirne: Maisie Williams auf Sky

Ihre Mörderskills hat sie ja schon im Fantasy-Epos „Game of Thrones“ unter Beweis gestellt, wo Maisie Williams in der Rolle der Arya Stark die finale Schlacht ganz alleine entschied. Jetzt spielt die britische Schauspielerin die 21-jährige Kim Noakes in „Two Weeks to live“ auf Sky. Kim wohnt seit der Ermordung ihres Vaters – die sie als Sechsjährige hatte mitansehen müssen – gemeinsam mit ihrer Mutter in einer Hütte mitten in der Wildnis Schottlands. Von dort bricht Kim eines Nachts auf, heimlich, weil ihre Mutter es nie zulassen würde, und brettert mit dem Jeep an die Südküste Englands.

„Two Weeks to live“: Rachelfeldzug mit Folgen

Dort hatte die Familie bis zur Ermordung des Ehemanns und Vaters gelebt. Jetzt will Kim dort ihre To-do-Liste zur Selbstfindung abarbeiten, und der Posten, der ziemlich weit oben steht, ist die Rache des Vaters: Sie will seinen Mörder umbringen und agiert dabei nicht nur wie eine Abrissbirne. Sie ruft auch die organisierte Kriminalität auf den Plan sowie deren verlängerten Arm bei der Polizei.
Wer jetzt denkt, dass es sich bei „Two Weeks to live“ um eine ernsthafte Actionserie handelt, irrt. Gaby Hull („Cheat – Der Betrug“) ist die Schöpferin dieses irrsinnig komischen Thrillers und zeigt damit, dass aktuell nicht nur Phoebe Waller-Bridge („Killing Eve“, „Run“, „Fleabag“) beobachten muss, wer sich für schwarzen Humor aus England interessiert. Apropos Waller-Bridge: Ihre Freundin Sian Clifford spielt Kims Mutter, die ihre Tochter am liebsten in einen Sack stecken und zurück in die Wildnis schleppen möchte.

Frauen unberechenbar – Männer trottelig

Die Serie wartet mit jeder Menge Twists auf – und viele von ihnen sind mit zum Brüllen komischen Situationen verbunden. Sie zitiert außerdem so elegant und charmant Filme wie etwa „Pulp Fiction“ oder „Fargo“ oder lässt Maisie Williams sich selbst aus „Game of Thrones“ zitieren; sie hat darüber hinaus Running Gags zu bieten, die nie langweilig werden und – sie bietet den wohl am gründlichsten zugetexteten Showdown der Fernsehgeschichte. Und nicht zuletzt glänzt „Two Weeks to live“ mit zwei starken unberechenbaren Frauen, die zwei trottelig-liebevolle Jungs wie Fußfesseln mit sich rumschleppen müssen.

„Two Weeks to live“ hat sechs Folgen á eine halbe Stunde, man kann die Miniserie also wie einen Film mit Überlänge an einem Abend wegschauen oder im linearen Fernsehen als 90-Minüter auf zwei Abende aufteilen.  jw

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