„Unlearning Vol. 2“ von Evidence: Bäck tu se Ruuts?
Sich treugeblieben oder stilistisch stagniert? Auf „Unlearning Vol. 2“ von Evidence wird das nicht ganz klar.

Wenn die Clipse das Blockbuster-Ende des HipHop-Spektrums repräsentieren, dann hat sich Evidence am anderen Rand eingerichtet: Ob als ein Drittel von Dilated Peoples, im Duo Step Brothers mit The Alchemist oder als Solokünstler, der Producer-Rapper aus L.A. ist die ewige Underground-Ikone. Mit „Unlearning Vol. 2“ setzt er sein Projekt der Wurzelrückbesinnung fort – allerdings bleibt fraglich, ob er sich je allzu weit davon entfernt hat.
So birgt auch das neue Album wenig Überraschungen: klassische Boom-Bap-Beats, Weggefährten wie DJ Babu und Alchemist, Wortspiele zwischen Altersweisheit und Albernheit. Böse Zungen könnten hier von Stagnation sprechen, andere werden sich einfach freuen, dass dieser Sound noch existiert – insbesondere nach dem unzeitigen Ableben von Kas im letzten Jahr. Trotzdem: Mehr Storytelling, mehr Konkretes, mehr Verwundbarkeit hätten dem Album gut getan. Am stärksten dem Zeitgeist verbunden klingt Evidence dann auch auf dem düsteren Closer „Dutch Angle“: „So much damage in the world, it’s hard for me to understand it.“
Musik


Neue Single: Pomme sucht ihren eigenen Pfad außerhalb der Karte

Im zweiten Anlauf: New Constellations im Interview
Hörenswert

Who loves the Sun von CHAT PILE
Erst sechs Jahren existiert die Metal-Band Chat Pile. Trotzdem finden sie auf ihrem neuen Album „Who loves the Sun“ ihren ganz eigenen Sound.

The Gem von JULIA JACKLIN
Julia Jacklin arbeitet für ihr neues Album „The Gem“ erstmals mit dem legendären Indie-Label 4AD zusammen. Mehr als ganz nett klingt das aber nur selten.

Stadt aus Gold: TRETTMANNs neue Single erscheint am Freitag
Trettmann bringt mit „Stadt aus Gold" 2027 ein neues Album heraus. Schon jetzt erscheint die erste, deutlich düsterere Single.
