MUSIK

Videopremiere: Portmonee positionieren sich mit „Küss mich“ gegen Homophobie

Ein gruppenfoto der Band Portmonee.
Foto: Frieder Unselt

Viele erinnern sich sicher noch, wie es so läuft in der Schule oder im Park, wenn gegen jemanden gestänkert wird und alle Kinder „schwul“ rufen. Gegen lapidar dahergesagte, aber stets abschätzig gemeinte Worte wie diese, machen sich die Indierocker von Portmonee in ihrer neuen Single „Küss mich“ stark. Denn im Gegensatz zur Schulzeit gehört Homophobie für einige leider nach wie vor nicht der Vergangenheit an.

Doch selbst wenn in unseren allzu „woken“ Filterblasen schnell der Eindruck entstehen kann, dass Probleme mit Homophobie und Diskriminierung der Vergangenheit angehören, zeichnet die Realität aktuell noch ein anderes Bild. Das zeigt auch eine Umfrage des Lesben- und Schwulenverbandes aus dem letzten Jahr: 30 Prozent der befragten Männer und 19 Prozent der Frauen finden der Umfrage nach öffentlichen Austausch von Zärtlichkeiten zwischen homosexuellen Männern als „unangenehm“. Hinzu kommen allein in Deutschland jährlich hunderte Straf- und Gewalttaten und Hasskriminalität, die sich gegen Mitglieder der LGBTQI+-Community richtet.

Angesichts dieser Zahlen ist es doch höchste Zeit sich aus diesem homophoben Alptraum wach küssen zu lassen. Die sechs weißen Heteros von Portmonee haben sich deshalb dafür entschieden, die Geschichte eines schwulen Freundes mit ordentlich Wumms zu vertonten. Im Vorfeld wurde lange überlegt, mit dem Song eine Geschichte zu erzählen, die nicht ihre eigene Geschichte ist – und haben es nach Rücksprache mit den eigentlichen Protagonist:innen gewagt. Und das ist gut so.

„Küss mich“ ist aber nicht nur ein Statement, sondern auch ein Teaser für mehr: Die Berliner Band präsentiert mit dem Track schon den zweiten Vorboten ihres neuen Albums „Gesichter ohne Menschen“, das am 22. Februar erscheint. Zwei weitere Singleauskopplung aus dem Album gibt es hier und hier.

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