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„Widow’s Bay“: „Twin Peaks“ liegt vor der Ostküste

Die Horror-Comedy-Serie „Wodow’s Bay“ mit Matthew Rhys (links) in der Hauptrolle kann bei Apple TV gestreamt werden.
Die Horror-Comedy-Serie „Wodow’s Bay“ mit Matthew Rhys (links) in der Hauptrolle kann bei Apple TV gestreamt werden. (© 2026 Apple TV)

Zombies aus dem Nebel? Seltsame Dinge geschehen auf einer Insel. „Wodow’s Bay“, heißt die neue Horrorserie mit Matthew Rhys auf Apple TV.

Die Impro-Komikerin und Drehbuchautorin Katie Dippold hatte die Idee für die Serie, Hiro Murai („Station Eleven“) führte Regie. Dass ihre gemeinsame Serie nicht reiner Horror sein konnte, war bei dieser Konstellation klar. Bei Apple TV kann „Widow’s Bay“, ein skurriler Mix aus Horror und hervorragend funktionierendem Humor, jetzt  gestreamt werden.

Tom Loftis (Matthew Rhys, „Perry Mason“, „The Americans“) ist Bürgermeister der Inselstadt Widow’s Bay vor der Küste Neuenglands und will unbedingt, dass der Ort als Urlaubsziel erfolgreich ist. Die Frau des Witwers ist schon vor geraumer Zeit nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes (Kingston Rumi Southwick, „Aus Mangel an Beweisen“) gestorben. Dass letzterer seinem Vater als rebellischer Teenager das Leben schwer macht, ist schon bald das kleinste Problem für Loftis. Denn während der Bürgermeister einen Reisejournalisten der New York Times auf die Insel eingeladen hat und ihm gerade ein Interview im Diner gibt, kommt schon wieder der von Stephen Root gespielte Einheimische Wyck um die Ecke und verkündet das bald aufkommende Grauen aus dem Nebel. Dumm nur, dass schon bald auch Loftis wundersame bis gefährliche Dinge erlebt, so wird er von einer Frau verfolgt, die ihn auch verletzt, als der Bürgermeister die Saison mit einem ersten Gang in Meer eröffnet.

Die Serie hat sich viel von dem schrägen Humor aus David Lynchs „Twin Peaks“ geliehen: Skurrile Beschäftigte im Büro des Bürgermeisters sorgen für eine ständige komische Grundnote auf Basis seltsamen Benehmens, allen voran Tom Loftis’ persönliche Assistentin Patricia (Kate O’Flynn, „Landscapers“), die es sogar schafft, einen großen Teil der Anwohner kolletiv in einen Drogenrausch zu versetzen, ohne dies selbst zu wissen. Apropos Rausch: Es dürfte nicht zu viel verraten sein, auf Folge 5 hinzuweisen, die ästhetisch fast komplett als drogeninduziert daherkommt – unter Drogen steht natürlich Loftis, und Matthew Rhys kann sein ganzes schauspielerisches Können auspacken. Gesichtet wurden sechs Folgen, wobei Folge 6 verdammt weit in die Vergangenheit geht, um das Geschehn auf der Insel historisch herzuleiten. Wie gut das in den verbleibenden vier Folgen gelingt, muss als Frage offen bleiben. Tatsache ist: Die ersten fünf Folgen sind absolut gelungen – schauspielerisch, in der Anmutung des finanziell und geistertechnisch angeschlagenen Inselparadieses wie auch im skurrlilen Mix der Inselcharaktere. Und auch Stephen King wird an mancher Stelle gekonnt ins Bild gerückt.

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