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Yade Yasmin Önder geht auf Lesereise

Portraitfoto Yade Yasmin Önder
Foto: Carolin Saage

Identität, Zugehörigkeit, Bulimie: Mit „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ findet Yade Yasmin Önder den passenden Sound für diese Themen.

Yade Yasmin Önder ist auf Lesereise. Ihr Debüt „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ zählt zu den besten Debütromanen des Jahres.

Identität, Zugehörigkeit und Bulimie werden in der Literatur oft verhandelt. Doch erst Yade Yasmin Önder findet mit „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ dafür auch den passenden Sound.

Trauen sollte man der namenlosen Icherzählerin besser nicht, doch was als einigermaßen gesichert gilt: Sie wird ein Jahr nach Tschernobyl geboren und wächst in einer deutschen Kleinstadt auf. Als sie acht Jahre alt ist, stirbt ihr Vater, ein schwer übergewichtiger Türke, bei einem Unfall, für den sich die Protagonistin die Schuld gibt. Das Verhältnis zur deutschen Mutter ist schwierig, sie erkrankt an Bulimie, kommt in eine Reha-Einrichtung, bricht die Behandlung jedoch vorzeitig ab und stürzt sich auf der Suche nach Halt und Geborgenheit in wahllose Sex-Abenteuer.

Mit ihrem Debütroman hat die 1985 in Wiesbaden geborene Yade Yasmin Önder bereits vor vier Jahren beim Open Mike gewonnen, damals noch unter dem Titel „bulimieminiaturen“. Auch jetzt ist der Text noch zersplittert – und doch hat Önder ihm eine spektakuläre Dramaturgie verpasst. Ihre Heldin wütet zornig und aggressiv, sie spring in der Zeit, übertreibt, will bestimmte Sachverhalte nicht preisgeben und verschanzt sich dafür hinter wunderbar absurden Metaphern. Doch Önder federt ihre schweren Themen auch mit sehr viel Humor ab. Vor allem aber sorgt sie dafür, dass beim Zusammensetzen der Splitter auch eine sehr zarte, zerbrechliche Heldin erkennbar wird.

Der im Frühjahr erschienene Roman „Wir wissen, wir könnten, und fallen synchron“ von Yade Yasmin Önder zählt zu den besten Debüts 2022. Nun stellt sie ihn auch mit einer Lesereise vor:

19. 11. Esslingen, Altes Rathaus – Schickhardthalle

25. 11. Stuttgart – Kulturkabinett

28. 11. Hannover – Literaturhaus

24. 2. 2023 Oberhausen – Literaturhaus

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