Aesop Rock: Spirit World Field Guide
Auf „Spirit World Field Guide“ tummeln sich Monster, exotische Pflanzen und wahnwitzige Erlebnisse. Im Zentrum aber stehen immer die hypnotischen, fiebrigen Wortlawinen, die Aesop Rock anscheinend aus dem Nichts zufliegen.

Schon vor Jahren hat der Journalist Matt Daniels errechnet, dass Aesop Rock unter allen Rapper*innen das größte Vokabular hat – übrigens auch ein größeres als Shakespeare. Obwohl Daniels die Diagnose 2019 noch einmal bestätigt hat, war das reine Formalität, denn Ian Matthias Bavitz beweist seine Skills als Wortklauber praktisch mit jedem Release. Welche*r Rapper*in kennt, geschweige denn nutzt, schon Wörter wie „diode“, „lumens“ oder „Arapaima“?
Aesop Rock tut das, und zwar alle im selben Track: „Pizza Alley“ auf der neuen Platte „Spirit World Field Guide“. Das lose Konzept hinter dem Album: Aesop ist von seinen ausgedehnten Reisen durch die Geisterwelt zurück und hat allen neugierigen Abenteurer*innen ein umfassendes (21 Tracks!) Handbuch zusammengestellt. Folgerichtig tragen die Songs Titel wie „Crystal Sword“, „Holy Waterfall“ oder „Side Quest“.
Darin tummeln sich Monster, exotische Pflanzen und wahnwitzige Erlebnisse, die Beats sind abgedreht, psychedelisch, erinnern an die LSD-getränkten 70er. Im Zentrum aber stehen immer die hypnotischen, fiebrigen Wortlawinen, die Aesop Rock anscheinend aus dem Nichts zufliegen. Oder aus der Geisterwelt.
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