Alles ist gutgegangen mit Sophie Marceau: Bring mich um, bitte
In François Ozons Drama soll eine Tochter den Suizid ihres Vaters organisieren: „Alles ist gutgegangen“ bei Arte und in der Mediathek.

„Alles ist gutgegangen“ läuft am 9. September bei Arte und ist bis 8. Oktober in der Arte-Mediathek zu finden.
Es beginnt mit einem Anruf: Direkt in der ersten Einstellung erfährt Emmanuèle (Marceau), dass ihr Vater André (Dussollier) nach einem Schlaganfall im Krankenhaus ist. Mit ihrer Schwester Pascale (Pailhas) eilt sie in die Klinik, bald folgt die Erleichterung: André hat überlebt und wird sich wahrscheinlich komplett erholen. Umso schockierter ist Emmanuèle, als ihr Vater ihr mitteilt, dass er trotz allem beschlossen hat, dass er sterben will – und sie soll das für ihn regeln. Dabei ist Sterbehilfe in Frankreich illegal …
Mit „Alles ist gutgegangen“ hat François Ozon die gleichnamigen Erinnerungen der 2017 verstorbenen Emmanuèle Bernheim verfilmt, die mit dem Regisseur mehrere Drehbücher verfasst hat. Die autobiografische Vorlage rettet das Drama nicht nur vor allem Kitsch; sie verleiht auch Randfiguren wie Andrés entfremdeter Frau Claude (Charlotte Rampling) eine seltene Tiefe. Im Zentrum aber stehen Emmanuèles komplexe Beziehungen zu ihrem Vater und ihrer Schwester, die zwischen Respekt und Grausamkeit fluktuieren. Vor allem André selbst ist eine widersprüchliche Figur: Er verlangt seiner Tochter Unmenschliches ab, weil er es ihr als einziger zutraut. Ozon hält sich weise zurück, verzichtet fast gänzlich auf einen Soundtrack oder extravagante Bilder. Stattdessen vertraut er darauf, dass die wahre Geschichte fesselnd genug ist – und behält recht.
Film

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