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Literatur

Anna-Haag-Preis 2026 geht an Betty Boras

Für ihren Debütroman Das schönste aller Leben wird Betty Boras mit dem Preis des Förderkreises der Schriftsteller:innen in Baden-Würtemberg e.V. ausgezeichnet.

Portraitfoto Betty Boras, die mit dem Anna-Haag-Preis 2026 ausgezeichnet wird
(Foto: Gordon Koelmel)

Für ihren Debütroman „Das schönste aller Leben“ wird Betty Boras mit dem Anna-Haag-Preis 2026 ausgezeichnet. Der Anna-Haag-Preis wird seit 2023 vom Förderkreis der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg e. V. öffentlich verliehen  und erinnert an die Politikerin, Pazifistin und Frauenrechtlerin Anna Haag (1888 bis 1982). Er ist mit 10.000 Euro dotiert. Die öffentliche Preisverleihung findet am 8.12.2026 um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Stuttgart statt.

In der Jurybegrüdung heißt es: „Betty Boras führt uns bis zu dem Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht und sich plötzlich eine Tür öffnet. Die Jury war beeindruckt von ihrer klaren, ungekünstelten Sprache, ihrem erzählerischen Geschick bei komplexen Szenen und überraschenden Dialogen, mit denen sich ihre Figuren verständigen, statt sich zu entzweien. Ein Roman, der nicht im Konflikt verharrt, sondern um Gesundung ringt.“

Worum geht es in „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras?

Kurz nach dem Sturz der Diktatur flieht Vio mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat nach Deutschland. Sich anpassen, bloß nicht auffallen – das ist der Preis des Ankommens. Fleiß und Schönheit seine Währung. Trotz aller Widerstände findet Vio ihren Platz in der Gesellschaft. Als jedoch Jahre später ihre zweijährige Tochter bei einem Unfall Narben davonträgt, droht sie, an ihren Selbstvorwürfen zu zerbrechen. Im 18. Jahrhundert muss Theresia einen hohen Preis dafür zahlen, als begehrenswert zu gelten. Sie gerät ins Visier der Keuschheitskommission, wird entrechtet und verschleppt. Beiden Frauen ist die Banater Erde eingeschrieben, die zwischen den Jahrhunderten ein Band aus Schmerz und Schönheit spinnt.

Betty Boras wurde 1984 im rumänischen Arad geboren und kam im Alter von sechs Jahren mit ihren Eltern als Spätaussiedlerin nach Deutschland. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Spanisch in Tübingen, arbeitet als Gymnasiallehrerin und ist seit einigen Jahren auch als Buchbloggerin aktiv. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in der Nähe von Stuttgart. „Das schönste aller Leben“ ist ihr Debüt.

Eine weitere wichtige Preisverleihung im Dezember: Tamara Štajner wird mit dem Exil-Literaturpreis 2026 ausgezeichnet

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