Beartooth mit Pure Ecstasy: Persönlichstes Album trifft auf Welttournee
Beartooth haben es wieder getan: Am 28. August ist mit „Pure Ecstasy“ das neue Album der Band aus Ohio erschienen und es ist in jeder Hinsicht ein Wendepunkt.

Der Opener, gleichzeitig Titeltrack, lässt keinen Zweifel daran, was dieses Album wohl in sich hat: knallharte Gitarren und Screamo-Einlagen reißen einen direkt in eine neue Klangwelt. Dass dieses Album einen Einschnitt markiert, hört man deutlich, denn zum ersten Mal arbeitet die Band mit dem Label Fearless Records zusammen. Mit an „Pure Ecstasy“ tüftelte auch Jordan Fish, der bereits mit Bring Me The Horizon und Architects gearbeitet hat. Dessen Einfluss ist klar herauszuhören, etwa in der Experimentierfreude von „Stadiums“ mit ungewöhnlicher Instrumentierung und gesprochenen-Anteilen. „Eyes Closed“ zeigt danach das Beste aus beiden Welten, für die die Band bekannt ist – gekonnter Gesang und emotionale Texte treffen auf schreiende Passagen und schwere Riffs. Beartooth bauen genau dieses Markenzeichen auf diesem Album meisterhaft weiter aus.
Bei „Beautiful Again“ wird es dann eingängiger und melodischer: Der Mittelteil verbindet poppige Elemente mit dem gewohnt kompromisslosen Beartooth-Sound. Während sich der Track mit dem Verlust der eigenen Identität beschäftigt, wird „Stadiums“ zum experimentellen Highlight des Albums. Von mystischen Klavierakkorden geht es in mitreißende Riffs über, während sich die Strophen intensiv steigern. Auch bei „Free“ zeigen sich die poppigen Einflüsse und die textliche Weiterentwicklung der Band: Sänger Caleb Shomo singt hier von persönlicher Befreiung, verpackt in hymnenartige Strophen und Refrains. Shomo traut sich auf Pure Ecstasy endlich, zu seiner Homosexualität zu stehen, und legt damit Jahre des Selbstzweifels ab. Die Texte des Albums sind persönlicher denn je und dieser Mut spiegelt sich auch in der experimentellen, vielseitigen Instrumentierung wider.
Das letzte drittel des Albums wird dann wieder brutal und heavy. Die Band hat es nach wie vor drauf und schafft eine immersive, heavy Klangwelt, in der mitschreibbare Refrains, poppige Elemente, Gitarrenriffs, wuchtige Drums und Geschrei mühelos ineinanderfließen. Frei klingen die Rocker aus Ohio auf diesem Album – und ein echtes Live-Erlebnis bleiben sie allemal. Schon am 17. September gastieren Beartooth im Rahmen ihrer „Pure Ecstasy World Tour“ in Deutschland. Los geht’s in Frankfurt, danach führt die Tour die Band unter anderem nach Oberhausen, Hannover, Berlin und München sowie nach Wien und Zürich.
Musik


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