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„Das Los des Fremden“: Der Schatten des Bürgerkriegs

Das-Los-des-Fremden_8 Foto Kinostar
(Foto: Kinostar)

In fünf Kapiteln und mit unterschiedlichen Perspektiven zeigt das Drama eine weltumspannende Geschichte über Krieg, Flucht, Solidarität und Verantwortung.

Für wenige Filmminuten erleben wir den Alltag eines US-amerikanischen Krankenhauses, dann konfrontiert uns Regisseur Brandt Andersen mit dem Grauen des syrischen Bürgerkriegs. Eine Kinderchirurgin (Yasmine Al Massri), die bei einer Bombardierung nur knapp mit dem Leben davongekommen ist, will nun mit ihrer Familie nach Europa fliehen. Aufgeteilt in fünf Kapitel wechseln in „Das Los des Fremden“ die Schauplätze, und neue Hauptfiguren werden eingeführt: etwa ein regimetreuer Soldat (Yahya Mahayni), der die Befehle nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann; ein skrupelloser Schleuser (Omar Sy), selbst Migrant, der sich in der Türkei die Hoffnung Geflüchteter auf eine sichere Überfahrt in einem Boot teuer bezahlen lässt; und schließlich ein Kapitän der griechischen Küstenwache (Constantine Markoulakis), der daran verzweifelt, dass er zwar viele Menschen aus dem Mittelmeer retten kann, dennoch aber Tausende ertrinken.

Nach und nach verbinden sich diese Geschichten über die Kontinente hinweg, und wir erleben zentrale Szenen sogar aus verschiedenen Perspektiven – bis sie mit einer bitteren Pointe in der US-Klinik enden. Andersen interessiert in diesem souverän und packend inszenierten, auf dramatische Wendungen und emotionale Grenzerfahrungen zugespitzten Film weniger die politischen Hintergründe des Syrienkonflikts oder die Fluchtursachen. Ihm geht es um die traumatischen Erfahrungen dieser Menschen, um Fragen nach Solidarität, Menschlichkeit und Verantwortung. Auch wenn nicht alle Figuren gleichermaßen vielschichtig angelegt sind, vermeidet Andersen eine allzu überdeutliche Aufteilung in Opfer und Täter:innen und macht stattdessen die Ambivalenzen der moralischen Konflikte spürbar.

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