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„Die Akademie“: Kunstkritik ohne künstlerischen Tiefgang

Die Akademie gibt sin der Arte-Mediathek.
Für Jojo (Maja Bons) beginnt an der Kunstakademie ein Lebenstraum: Sie wird in die Meisterklasse des gefeierten Professors Copley (Jean-Marc Barr, li.) aufgenommen. (Foto: Luca Bagazzi)

„Die Akademie“ bei Arte und in der Mediathek will von den Untiefen an einer Kunstakademie erzählen, ist aber mehr High-School-Drama.

„Die Akademie“ läuft am 10. Juli bei Arte und ist bis 7. Oktober in der Arte-Mediathek zu finden.

Jojo (Maja Bons) ist neu an der Kunstakademie. Und begegnet dort: Spinnern. Zynischen Professoren. Intriganten Mitstudent:innen. Wie sich der Spießer das Künstlerleben eben so vorstellt. Was Jojo nicht lernt, ist Kunst – die Bilder, die in Camilla Guttners „Die Akademie“ zu sehen sind, sind durchgängig konventionelle Malerei. Ist aber auch egal, weil sich Guttner für Kunst augenscheinlich nicht interessiert, dann muss sie das ihrer Protagonistin auch nicht zumuten. Die darf sich stattdessen von ihrem Freund trennen, auf langweiligen Indiekonzerten abhängen und sich um ihre kranke Großmutter sorgen. Außerdem nähert sie sich dem Schweizer Sänger Dagobert an, der immer wieder durch die Szenerie stiefelt, warum auch immer. Man hätte so etwas bewusst überzeichnen können, als trashigen Alptraum fürs kunstfremde Bürgertum, aber Guttner entscheidet sich lieber für brave Fernsehästhetik, und ihre normschöne Hauptdarstellerin macht nichts, um einen filmischen Bruch zu erzeugen.

Was besonders ärgerlich dabei ist: Die Regisseurin weiß, wovon sie erzählt, vor ihrer Regieausbildung hat Guttner selbst an der Akademie der Bildenden Künste München studiert. Dass Jojo sich am Ende gegen den schnellen Erfolg im Galeriemarkt entscheidet, um widerständig zu bleiben, ist ein sympathischer Twist, der zeigt, dass in diesem Drehbuch womöglich doch ein Verständnis für Kunstproduktion versteckt sein dürfte, und wenn man genau zuhört, erkennt man, dass Malerei-Professor Copley (Jean-Marc Barr in einer Rolle, die ausgefeilter ist, als zunächst gedacht) ihr genau dieses Kunstverständnis beizubringen versuchte. Da hätte also was draus werden können – hätte sich Guttner mit ihrem leicht konsumierbaren Film, der mehr High-School-Drama als echtes Nachdenken über Kunst ist, nicht fürs Gegenteil von Widerständigkeit entschieden.

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