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Die besten Bücher im Frühjahr 2021

Cover: Die besten Bücher im Frühjahr 2021

Die besten Bücher im Frühjahr 2021 – und bei den Verlagen geht das Frühjahr schon Ende Januar los. Nachdem er uns zuletzt mit seinen klugen Kommentaren durch die US-Wahl begleitet hat, fängt nun auch das Buchjahr 2021 mit der Weltpremiere des neuen T.C. Boyle-Romans an: „Sprich mit ihr“ erscheint am 25. Januar bereits mehrere Monate vor dem Original in der deutschen Übersetzung und erzählt von wissenschaftlichen Experimenten mit einem Affen, der in Gebärdensprache kommunizieren kann und durch Zuneigung immer menschlicher wird.

Konkurrenz bekommt der Altpunk von seiner 39-jährigen Landsmännin Ottessa Moshfegh, die am gleichen Tag mit „Der Tod in ihren Händen“ wieder eine abseitige Kriminalgeschichte veröffentlicht und eine alte, einsame Witwe ermitteln lässt – der man als Leser*in besser gehörig misstraut. Und nur einen Tag drauf legt auch der Konsensautor der Nullerjahre nach: Auf seinem letzten Ziegelsteinroman lässt Haruki Murakami in „Erste Person Singular“ acht nostalgische, fast schon klassische Erzählungen folgen.

Neues von Benedict Wells, Christian Kracht und Juli Zeh

Doch auch viele nationale Lieblingsautoren sind dabei, wenn es um die besten Büchern im Frühjahr 2021 geht. Unangefochtener Höhepunkt dürfte wohl der neue Roman von Benedict Wells werden, der Ende Februar erscheint. Fünf Jahre nach seinem Bestseller „Vom Ende der Einsamkeit“ erzählt er eine Coming-of-Age-Geschichte, die in Missouri spielt und sich an Filmen wie „The Breakfast Club“ und „Stand by me“ orientiert. Wells hat zur Charakterisierung von „Hard Land“ das Wort „Euphancholie“ erfunden, eine Mischung aus „Euphorie“ und „Melancholie“.

Nur ein paar Tage später lässt Christian Kracht den Erzähler aus „Faserland“ zurückkehren, der 25 Jahre nach dem ersten Auftritt nun die Abgründe seiner Familie seziert. Juli Zeh bleibt dagegen ganz nah an der Gegenwart: Ihre Protagonistin Dora aus „Über Menschen“ flieht vor dem Lockdown und ihrem verbissen als Klimaaktivisten kämpfenden Freund in die brandenburgische Provinz, wo sie auf überraschende Weise mit sich selbst konfrontiert wird.

Spannende Debüts im Frühjahr 2021

Wie schon im letzten Jahr kommen die spannendsten Debütromane von Autorinnen. So legt die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal nach zwei Sachbüchern mit „Identitti“ einen grandiosen ersten Roman vor, der aktuelle Debatten weiterdenkt: Die 26-jährige, mit indischem Vater in Deutschland geborene Studentin Nivedita ist schockiert, weil die von ihr so verehrte Professorin Saraswati sich wohl fälschlicherweise als Person of Colour ausgegeben hat – und eigentlich weiß ist.

Nachdem Sharon Dodua Otoo bereits 2016 den Bachmann-Preis gewonnen und letztes Jahr in Klagenfurt mit ihrer Eröffnungsrede „Dürfen Schwarze Blumen malen?“ viel Aufmerksamkeit bekommen hat, veröffentlicht sie Ende Februar mit „Adas Raum“ einen feministischen Roman in der Tradition Virginia Woolfs. Und die 27-jährige Irin Naoise Dolan könnte sich als Konkurrenz für Sally Rooney entpuppen:  Ab Ende März erzählt sie von einer Dreiecksbeziehung in Hongkong, bei der sich die linke Feministin Ava mit der Frage auseinandersetzen muss, ob es okay ist, mit einem Banker Sex zu haben und sich von ihm aushalten zu lassen. die besten Bücher im Frühjahr 2021: „Aufregende Zeiten“ zählt auf jeden Fall dazu.

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