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Die besten Krimis 2021: Empfehlungen für den März

Buchcover: die besten Krimis im März 2021

Simone Buchholz legt den letzten Teil ihrer Chastity-Riley-Reihe vor: Ob sie es mit „River Clyde“ bis an die Spitze unserer Liste der besten Krimis im März 2021 schafft? Die Staatsanwältin nutzt ihre Chance, aus St. Pauli abzuhauen: Im dunkelgrauen Glasgow stellt sie sich ihrer Vergangenheit. Harte Konkurrenz bekommt Buchholz von Drehbuchautor Clemens Murath. Der startet eine neue Serie um den knallharten LKA-Ermittler Frank Bosmann, der in Berlin einen Gangsterclan jagt. Wie schlägt sich Murath mit „Der Libanese“ auf unserer Liste der besten Krimis im März 2021? Mit vereinten Kräften gehen Journalist Peter Mohlin und Drehbuchautor Peter Nyström an den Start. In „Der andere Sohn“ versetzen sie einen traumatisierten FBI-Agenten in die schwedische Provinz. Aber ist er dort wirklich vor seinen alten Feinden sicher? Auch „Tatort“-Drehbuchschreiber Christoph Wortberg legt sein Debüt vor – und „Trauma – Kein Entkommen“ ist der Auftakt einer dreiteiligen Reihe. Ob Wortberg auf Anhieb ganz oben auf unserer Liste der besten Krimis im März 2021 landen kann? Außenseiter-Chancen dürfte auch Taylor Brown mit „Maybelline“ haben, einem 1950er-Provinz-Noir.

Die besten Krimis im März 2021

7. Svea Jensen: Nordwesttod

Die besten Krimis im März 2021: Buchcover „Nordwesttod“ von Svea JensenArbeiten, wo andere Urlaub machen und im Pfahlbau-Cafe ihren Pharisäer schlürfen: Kommissarin Anna Wagner aus München wagt den beruflichen und privaten Neustart im Norden. In St. Peter-Ording sucht sie zusammen mit dem dortigen Dienststellenleiter Norberg nach der verschwundenen Tochter einer Hoteliersfamilie, lernt nebenbei von ihm das Schafe-Schubsen und stößt auf eine Intrige, die zum allerfeinsten Küstengrusel wird. Während Regionalkrimis oft bieder und sehr vorhersehbar sind, bricht Svea Jensen aus diesem Muster aus. Mit „Nordwesttod“ schafft sie es auf unsere Liste der besten Krimis im März 2021 – und belegt einen respektablen siebten Platz.

HarperCollins, 2021

412 S., 12 Euro

6. Taylor Brown: Maybelline

Buchcover „Maybelline“ von Taylor BrownMit einem Holzbein ist Rory aus dem Koreakrieg in die Berge der Appalachen heimgekehrt. Jetzt vertickt er schwarzgebrannten Whiskey in der nahen Fabrikstadt, haust bei seiner Großmutter, die Hexentränke mixt, und fährt waghalsige Stock-Car-Rennen. Doch sind ihm brutale Bundesagenten und ein zorniger Rivale auf den Fersen. Taylor Browns düsterer 1950er-Provinz-Noir zeigt Menschen, die sich zwischen Neubeginn und Stillstand entscheiden müssen. Taylor Brown wuchs an der Küste von Georgia auf. Er ist Autor der Kurzgeschichtensammlung „The Season of Blood and Gold“. Seine drei Romane „Fallen Land“, „The River of Kings“ und „Gods of Howl Mountain“ erschienen bei St. Martin’s Press. Alle waren Finalisten für den Southern Book Prize. Taylor, ein Eagle Scout, schloss 2005 sein Studium an der University of Georgia ab. Nach langen Aufenthalten in Buenos Aires, San Francisco und den Bergen von North Carolina ließ er sich in Wilmington, NC, nieder. Er mag alte Motorräder, Gewitter und Hunde mit Bart. Und auf unserer Liste der besten Krimis im März 2021 belegt er Platz sechs.

Polar Verlag, 2021

416 S., 14, 60 Euro

Aus d. Engl. v. Susanna Mende

5. Tom Franklin: Wilderer

Buchcover „Wilderer“ von Tom Franklin„Es wird nicht allzu schlimm. Roy braucht dich. Ich soll dir bloß einen von deinen kleinen Fingern abschneiden, am obersten Gelenk. Du darfst dir sogar aussuchen, welchen.“ Geldeintreiber Snakebite weist höflich auf eine säumige Rückzahlung hin. Er ist einer der Rednecks, die im trostlosen Süden Alabamas nach ihren eigenen Gesetzen leben. Tom Franklin erzählt in zehn Storys mit dunklem Humor, wie sie sich mit Erpressung, Wilderei und Ehebruch die Zeit vertreiben. Mit dieser Sammlung von zehn Geschichten gelang Tom Franklin der Durchbruch. Diese seltsame, aber faszinierende Welt ist gefüllt mit mutigen Charakteren, die verloren sind, vertrieben wurden oder sich in einer Welt gefangen fühlen, die sich längst in die Zukunft bewegt hat, bevor sie sich darauf vorbereiten konnten. auf unserer Liste der besten Krimis im März 2021 liegt Tom Franklin auf dem fünften Platz.

Pulp Master, 2020

256 S., 14, 80 Euro

Aus d. Engl. v. Nikolaus Stingl

4. Christoph Wortberg: Trauma – Kein Entkommen

Die besten Krimis im März 2021: Buchcover „Trauma – Kein Entkommen“ von Christoph WortbergErstickt in einem Kühlschrank – hatten wir das schon mal? In Christoph Wortbergs Thrillerdebüt deutet bei einer Leichenfund zunächst alles auf Selbstmord hin. Aber wer ist so blöd, ein solch riesiges Ding extra in den Wald zu wuchten, um zu sehen, ob bei geschlossener Tür das Licht auch wirklich ausgeht? Nee – Spoiler! – da hat einer nachgeholfen und fies den Kühli mit Robert Fellner drin auf die Türseite gekippt. Schon der zweite angebliche Suizid für die Münchener Kripo, die ein paar Tage zuvor einen Ertrunkenen aus einem Baggersee gefischt hat. Das Opfer August Hirschberger ist ein ehemaliger Obermaat – na, auch unwahrscheinlich, dass der sich nicht über Wasser halten kann! Mordermittlerin Katja Sand zweifelt an den Fakten, sucht nach Verbindungen, findet heraus, dass beide bei der gleichen Marine-Einheit gedient und schwere Traumata erlitten haben. Fellner wurde einst von einer Schneelawine verschüttet und fast erstickt. Hirschberger ist bei einem Zwischenfall auf hoher See beinahe ertrunken. Für Psycho-Doc Alexander Hanning, der beide Opfer in Behandlung hatte, deuten die Todesumstände auf Reinszenierungen dieser Situationen hin. Anscheinend wollten sie sich durch Nahtoderfahrungen von ihren Traumata befreien – was dann ja auch irgendwie geklappt hat. Nur: Jemand muss nachgeholfen haben! Katja Sand führen die Ermittlungen zu einem psychologisches Duell mit dem unberechenbaren Täter …

Wortberg merkt man seine Erfahrung als „Tatort“- Drehbuchautor an. Nicht nur beim Krimiplot, auch beim Ermittlerensemble. Mit Katja Sand etabliert er eine eigenwillige Kommissarin, die mit ihrer Vergangenheit und der pubertierenden Tochter zu kämpfen hat. Sand hat zudem mit dem schrulligen Auto-Nerd Dorfmüller und dem gefrusteten Fink zwei Charaktere im Team, die mehr als nur Stichwortgeber sind. Zum Auftakt der dreiteiligen Trauma-Reihe gibt es also genügend Konflikt- und Entwicklungspotential, das zu weiteren Abgründen führt, denn Wortberg legt eine horizontale Erzählebene an, die am Ende geschickt in die nächste Folge führt. Da sind wir wieder mit dabei: Her mit noch mehr Psychozeugs!

dtv, 2021

368 S., 16, 90 Euro

Die besten Krimis im März 2021 TOP3

3. Simone Buchholz: River Clyde

Buchcover „River Clyde“ von Simone BuchholzAuf St. Pauli kann man es sich besorgen lassen: Mit 500 Litern Brandbeschleuniger vom Kiez fackeln Typen einen Altbau-Straßenzug am Hafen ab – Heißsanierung Hamburg-Style. Fast 30 Tote, die Feuerteufel ballern sich gegenseitig die Rübe weg. Da gäbe es ja durchaus was zu ermitteln. Doch seit der Faller tot ist, hat dazu keiner Bock. Schulle, Brückner, Inceman und Anne spielen Selbsthilfegruppe. Kommissar Stepanovic hat nach dem Parkmauer-Fick den Blues. Calabretta spielt Shooter-Games im Dienst; Fanta-Korn erledigt den Rest. Und Frau Staatsanwältin? Chastity Riley fragt sich, was sie beim ewigen Gefühls-Seiltanz überhaupt oben hält. Doch dann gibt es einen Anlass, ins dunkelgraue Glasgow abzuhauen … Simone Buchholz lässt ihre Krimireihe mit dem zehnten Band dort enden. Jeder Fall war Impuls für Seelenwirrwar und Afterwork-Absturz. Chastitys Truppe hat sich immer mehr selbst zerlegt. Da ist es okay, wenn es mystisch wird: Chastity spricht mit Hirsch, geerbtem Haus und toter Tante. Sie sieht sich auf einem alten Foto und erfährt von ihren Vorfahren. Dabei dreht sie sich im Kreis, wie die Subway in Glasgow. Zu viele große Whiskeys? Ein letzter Möwenschiss auf der Jacke, dann wird’s nebulös, als der River Clyde sie ruft. Mit Chastity war ja eh nie was klar. Doch dafür gab’s jede Menge Gefühlsglitzerkram – und der blitzt zum Abschied nochmal richtig auf.

Simone Buchholz im Interview zum Abschluss ihrer Chastity-Riley-Reihe

Suhrkamp, 2021

240 S., 15, 95 Euro

2. Mohlin / Nyström: Der andere Sohn

Buchcover „Der andere Sohn“ von Mohlin / NyströmEin pulsierender Schmerz im Hinterkopf, Schwindelgefühl und Lähmungserscheinungen in den Beinen: FBI-Agent John Adderley bekommt in Stresssituationen Panikattacken, die ihn buchstäblich in die Knie zwingen. Es sind Nachwirkungen einer fast vollstreckten Hinrichtung, bei der Adderley die Pistole schon im Nacken gespürt hat. Berufsrisiko für einen verdeckten Ermittler, der sich in ein Kartell einschleust und als Spitzel auffliegt. Da Drogenboss Ganiru ein schlechter Verlierer ist und die Exekution nachholen will, muss Adderley aus Baltimore verschwinden: In ihrem ersten gemeinsamen Thriller zeichnen Peter Mohlin und Peter Nyström ihren Helden von Beginn an als einem Getriebenen, der untertauchen muss und zudem mit einem körperlichen Handicap zu kämpfen hat.

Großstadt-Agent John muss sich erstmal in den värmländischen Dialekt reinhören, den legeren Pullover-Dress seiner neuen Kollegen adaptieren und sich mit dem ungewohnten Küchendienst arrangieren, der für die Polizisten zum Teambuilding gehört.

Journalist Mohlin und Drehbuchautor Nyström führen den Amerikaner außerdem in eine ungewohnte Umgebung und wählen als Schauplatz ihren Heimatort. Vom FBI bekommt Adderley nämlich wie gewünscht eine neue Identität im südschwedischen Karlstad, wo auch er einst aufgewachsen ist. John wird zu Fredrik, einem amerikanischen Cop mit schwedischen Wurzeln, der dort die neue Cold-Case-Einheit unterstützt. Großstadt-Agent John muss sich erstmal in den värmländischen Dialekt reinhören, den legeren Pullover-Dress seiner neuen Kollegen adaptieren und sich mit dem ungewohnten Küchendienst arrangieren, der für die Polizisten zum Teambuilding gehört. Und wie in jedem Schwedenkrimi versöhnen auch hier Plunderteilchen, wenn es mal Zoff gegeben hat. Adderley hat die vermeintlich ruhige Stelle in der schwedischen Provinz aber nicht ohne Grund gewählt: Auf seinen hier lebenden Halbbruder Billy lastet auch nach zehn Jahren noch der Verdacht, die minderjährige Emelie getötet zu haben. Die Tochter eines Modeunternehmer-Paares war damals unter rätselhaften Umständen verschwunden, und ihre Leiche wurde nie gefunden.

Mohlin/Nyström ziehen ihre Leser*innen mit einem Geflecht aus heimlichen Affären, Intrigen, Lügen und verdrängter Schuld gekonnt in den Bann ihres Plots.

John hinterfragt die bisherigen Schlussfolgerungen: Zusammen mit seinem Team rollt er den Fall neu auf, um Billys Schuld oder Nichtschuld zu klären. Mohlin und Nyström setzen Adderley dabei immer größerem Druck aus, denn die Ermittlungen drohen bald zu scheitern. Durch Zufall wird Adderleys wahre Identität aufgedeckt, Indizien sind nicht auffindbar, und ein Polizei-Kollege macht sich mehr als verdächtig. Und immer wieder entgleitet Adderley durch seine Panikattacken die Kontrolle über seinen Körper. Er weiss nicht, auf wen er noch zählen kann. Als ihm wegen einer unachtsamen Kontaktaufnahme zu einem Freund auch noch Ganirus Killer auf die Spur kommen, muss Adderley einen klaren Kopf behalten, um nicht bald wieder eine Pistole am Genick zu spüren … Mohlin/Nyström ziehen ihre Leser*innen mit einem Geflecht aus heimlichen Affären, Intrigen, Lügen und verdrängter Schuld gekonnt in den Bann ihres Plots, der den Helden immer weiter an seine Grenzen führt. Und durch einen geschickten Cliffhanger fiebert man auch darauf, wie es mit Johns riskanter Flucht vor den Kartellkillern weiter gehen wird.

HarperCollins, 2021

528 S., 22 Euro

Aus d. Schwed. v. Ursel Allenstein u. Max Stadler

1. Clemens Murath: Der Libanese

 

 

Die besten Krimis im März 2021: Buchcover „Der Libanese“ von Clemens Murath
Der Libanese von Clemens Murath

Zersplittert in Berlin eine Wohnungstür, hat meistens das LKA die Ramme geschwungen. Immer vorne mit dabei: Frank „Der Shooter“ Bosman und seine Jungs, die bei ihren Überraschungsbesuchen nicht so gerne vorher klingeln. Mit schwerer Montur, Pumpgun und ordentlich Radau stehen sie plötzlich bei den bad guys auf der Matte. Schon allein wegen eines internen Polizei-Wettbewerbs, wer diesen Monat am geilsten mit der Tür ins Haus fällt. Aber natürlich auch, um den Gangster-Clans zu zeigen, wer in der Hauptstadt immer noch das Sagen hat. Ganz oben auf der Abschussliste: die libanesische Aziz-Familie, die Schutzgeld, Prostitution und Drogenhandel im Portfolio hat und der eine Baugesellschaft als Geldwaschmaschine dient. Gegen deren Chef Arslan will Bosman endlich wieder punkten. Und – Bingo – nach einem Tipp grätscht er im Eros-Center an der Potsdamer in einen Heroindeal. Frank erschießt auf der Straße einen Drogenhändler, obwohl dieser schon die Waffe gestreckt hat, doch der große Fisch – Arslans jüngerer Bruder Tarik – ist ihm wieder durch die Lappen gegangen. Immerhin greift Kollege Schuster schnell noch Weedpacks und Weißes ab: schadet nicht, ein paar Leckerchen zu haben, wenn man bei den Gras-Ghanesen im Görli an heiße Infos kommen will.

Frank & Co kennen sich aus mit harter Straße. Um sich zu behaupten, spielen sie dreckig, und ihr Chef schaut weg: Der Erfolg zählt, nicht die schmutzigen Details. Zumal die Aziz-Brüder immer aggressiver werden. Für sie ist Gewalt nie nur bequeme Problemlösung, sondern auch Abschreckung. Die Kosovo-Albaner werden gemessert, weil sie sich im Markt breit machen wollen. Ein Journalist findet sich nach einer Reportage über den Clan in einem Schwulenporno wieder. Ein Spitzel wird brutal gelyncht, und zwei Frauen schickt man vor einer Zeugenaussage auf Heroin. Doch es gibt auch einige, die vom Big-Business der Libanesen profitieren: Swingerkönig Rainer Butt hält in seiner Darkroom-Location etwa korrupte Banker und Bauamtsbeamte mit „Stutenreiten royal“ bei Laune.

Clemens Murath überkreuzt mehrere Plotlinien und dreht sie tempohart hoch

Drehbuchautor Clemens Murath fährt in seinem Romandebüt ein prall gefülltes Figurenkabinett auf. Da er mehrere Plotlinien überkreuzt und sie tempohart hochdreht, wird das nicht nur wegen der Brutalo-Action zu einem großen Spaß. Erst recht, weil ein paar Gernegroße durch Selbstüberschätzung und dumme Zufälle Frank in die Quere kommen: Da ist Franks Schwester Helen, die gerade versucht, ihre C-Promi-Karriere als Schauspielerin zu pushen. Nebenbei lässt sich von der flinken Zunge ihres Yogalehrers Luis verwöhnen, der es dank seines Italo-Charms und des Zwanzig-Zentimeter-Schwengels auf die Shortlist ihrer Fuckboys geschafft hat. Helens Mann Harry ist genauso ein Flop wie seine Splatterfilm-Produktionen. Außerdem steht er auch noch beim Aziz-Clan in der Kreide. Da ist es eher mehr als zweifelhaft, ob er wirklich eine Mille auf der Kante hat, wie Luis vermutet. Mit Hilfe der zwei Volltrottel Bong-Bobo und Nazi-Uwe wird Harry von Luis entführt. Doch dann sitzen die beiden im improvisierten Folterkeller und kommen nicht an die Kohle ran, weil Helen sie schon heimlich abgebucht hat …

Und dann gibt es da auch die junge Nikki, die sich mit Anfang zwanzig gerade privat und beruflich ausprobiert. Ihr TV-Praktikum ist eher wack, aber beim Poetry Slam und dem SM-Blog zeigt sie, wo ihr die Seele juckt. Durch Zufall wird sie Augenzeugin wie Alphabulle Frank den Drogenkiller auf offener Straße niederknallt. Bei so einem Tier von Mann wird sie ganz schön wuschig und switcht zu ihrer devoten Seite. Aus einem Flirt wird mehr: Bald geht sie vor ihrem coolen Sheriff auf die Knie, streckt ihm Mund und Hintern entgegen und will auch mal in Handschellen genommen werden. Frank benutzt die blonde Männerfantasie zum Trieb- und Stressabbau, wenn’s ihm mal wieder zu hart wird. Doch Nikki kann ihm auch gefährlich werden …

Mit einem Augenzwinkern gibt Clemens Murath seinen harten Kerlen von unerwarteter Seite Gegenwind: Tarik und sein Muskelmann Hulk bekommen ausgerechnet von Dummbratze Uwe mit dem Baseballschläger auf die Fresse, als sie seine Freundin anbaggern. Und Frank wird von seiner Frau Britta eine Therapie aufgebrummt, als diese von Sidechick Nikki erfährt.

Dank Clemens Murath ist Berlin jetzt Hardboiled-Hauptstadt

Murath setzt Häkchen hinter alles, was man von einer Screwball-Krimiserie erwartet. Damit verneigt er sich vor Elmore Leonard, der genial wie kein anderer Milieuschilderungen mit abgedrehten Gaunerstücken verbunden hat. „Der Libanese“ zeigt, wie man mit authentischer Sprache und einem guten Schuss Pulp auch deutschsprachige Gangster-Action zur Höchstform bringt. Dank Clemens Murath ist Berlin jetzt Hardboiled-Hauptstadt.

Heyne Hardcore, 2021

480 S., 16 Euro

Hier geht es zu unserer Liste der besten Krimis im Februar 2021

 

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