„Die Känguru-Rebellion“ von Marc-Uwe Kling
In „Die Känguru-Rebellion“ ist Marc-Uwe Kling so explizit politisch, dass der Spaßfaktor mitunter zurückstehen muss.
Marc-Uwe Kling hat nach acht Jahren ein neues Känguru-Buch rausgebracht. Darin ruft das Känguru gemeinsam mit Klings Alter Ego zur Rebellion gegen die Verhältnisse auf, startet gemeinsam mit der Wirtin Herta einen Podcast und wird überhaupt explizit politisch. So oft und so stark, dass der Spaßfaktor in „Die Känguru-Rebellion“ für den politischen Einsatz durchaus zurückstehen muss.
Angefangen hat das systemkritische Beuteltier 2008 mit der Radio-Comedy „Neues vom Känguru“ im Berliner Sender Radio Fritz. Der Ich-Erzähler und Alter Ego von Marc Uwe Kling, erfolgloser Kleinkünstler, öffnet eines Tages seine Tür, und davor steht ein sprechendes Känguru. Schnell hat der Kleinkünstler einen neuen Mitbewohner. Das Känguru ist Kommunist, angeblich Vietcong Veteran, es liebt Nirvana und Schnapspralinen. In lose miteinander verbundenen Geschichten berichtet Marc Uwe Kling vom absurden Alltag mit seinem ungewöhnlichen Mitbewohner. Aus den Radiogeschichten wurden Bestseller, und Marc-Uwe Kling ist längst nicht mehr nur der Autor der Känguru-Reihe, auch mit Fantasy, Kinderbüchern und einem Thriller hat er es bis ganz nach oben in den Verkaufscharts geschafft.
In „Die Känguru-Rebellion“ ist der Ton ernster geworden
Nun also der fünfte Teil der Känguru-Reihe. Stärker als in den Vorgängern reflektiert „Die Känguru-Rebellion“ aktuelle Themen: ungeregelte Künstliche Intelligenz, Desinformation, Aufmerksamkeitsökonomie, digitale Manipulation. Der Ton ist ernster geworden, düsterer – aber nicht resigniert.
Hat es Marc-Uwe Kling mit „Die Känguru-Rebellion“ auf unsere Liste der besten Bücher im April 2026 geschafft?