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„Strahlen“ von Verena Stauffer

Copyright SASA FELSBACH
(Foto: Sasa Felsbach)

Verena Stauffer täuscht eine Seifenoper vor, doch nach und nach entpuppt sich „Strahlen“ als ein geheimnisvoller und abgründiger Roman.

„Strahlen“ von Verena Stauffer ist unsere Buchempfehlung der Woche

Lange Zeit rätseln wir, was Verena Stauffer vorhat. Ist das ernst gemeint? Was ihrer Protagonistin, der Künstlerin Ava, alles zustößt, das könnte so auch aus einer Seifenoper stammen: der böse Ex, der ihr auch nach der Trennung drohende Nachrichten schreibt. Und die zwei Männer, zu denen sie sich hingezogen fühlt: hier der Dating-App-Kontakt, den sie nur als E kennt, weil er keine richtige Beziehung will, da der verfügbare, aber deutlich jüngere Tiam. Es gibt viel zu detailliert beschriebene Dinner, ungelenke Dialoge, Herzschmerz, Schwangerschaftstests und gar einen möglichen Giftmord.

Wäre das nicht alles in so makelloser Sprache geschrieben, sähen wir die Farben der Welt nicht so lebendig durch Asas Künstlerinnenaugen, hätten wir „Strahlen“ aufgrund der Klischees und hanebüchenen Wendungen womöglich längst weggelegt. Erst nach und nach, als die Handlung unmerklich surrealer wird und Ava dank eines mysteriösen Videospiels die Unterscheidung zwischen Avatar und Person, Traum und Realität verloren geht, entpuppt sich der Roman als weitaus geheimnisvoller und abgründiger – bis hin zur so absurden wie folgerichtigen Schlusspointe. Bis dahin heißt es: durchhalten!

Hat es Verena Stauffer mit „Strahlen“ auf unsere Liste der besten Bücher im Mai 2026 geschafft?

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