Die Natur retten mit Dominik Eulberg
DJ und Ökologe Dominik Eulberg will das Staunen über die Natur zurückbringen – und wir alle können helfen.
Wer Dominik Eulberg nach seiner Berufsbezeichnung fragt, sollte Zeit mitbringen: Ökologe, DJ, Produzent, Bestsellerautor, Naturvermittler, Botschafter von Naturschutzorganisationen, Mitarbeiter des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Was macht dieser Mann eigentlich nicht? Eulberg ist ein echter Tausendsassa. Wobei ihm ein Thema ganz besonders am Herzen liegt: der Erhalt der Biodiversität.
So widmete er sein jüngstes Album „Lepidoptera“ zwölf der 3 700 in Deutschland beheimateten Schmetterlinge, deren Lebensraum massiv bedroht ist. Im Booklet: ein etymologischer, phänologischer und evolutionsbiologischer Abriss der zwölf Schmetterlingsarten. „Wunderfakten“, wie Eulberg es nennt. Neben seinen nächtlichen Klubsshows tourt Eulberg mit eben jenen Wunderfakten und seiner Biodiversitätsshow durch Deutschland. Wissenschaft und Kunst bilden eine Einheit. Und so ist das neueste Projekt des 47-Jährigen ein weiteres Puzzlestück seines holistischen Ansatzes. Gemeinsam mit dem Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft (BEL) lädt er Menschen jeden Alters dazu ein, bis Mitte August Schmetterlinge zu malen. „Aus vielen einzelnen Bildern entsteht ein kraftvoller Schwarm – und vielleicht auch ein neuer Blick auf die Natur, die uns umgibt“, kündigt Eulberg die Aktion an, die schließlich in einem animierten Musikvideo zu seinem Track „Mittlerer Weinschwärmer“ münden soll.
„Genau diese Verbindung brauchen wir: einen Zugang, der Menschen erreicht“, erklärt Anja Voß, Geschäftsführerin des Bündnisses. „Die Natur hat keine Lobby. Also müssen wir dafür sorgen, dass sie öffentlich wieder eine Stimme bekommt.“ Dass bloße wissenschaftliche Fakten und Zahlen längst kein Argument mehr sind, aus dem sich gesellschaftliches oder gar politisches Handeln ableiten lässt, weiß Eulberg. Ihm und dem BEL ist es ein Anliegen, das Staunen über und die Beziehung zur Natur zurückzugewinnen. Stand jetzt haben bereits knapp 300 Menschen ihre selbstgemalten Schmetterlinge für das Video eingereicht.