Er, sie und es von Marge Piercy
Der ursprünglich bereits 1991 erschienene Roman Er, sie und es von Marge Piercy verbindet eine rasante Sci-Fi-Handlung mit einer klaren ökofeministischen Haltung.

Nicht nur in ihrer US-amerikanischen Heimat, auch in Teilen Europas wird die 1936 geborene Marge Piercy seit langem als Autorin, Dichterin und Aktivistin gefeiert. In Deutschland ist sie vergleichsweise unbekannt – doch das ändert sich gerade. Anteil an der Renaissance hat auch diese Wiederveröffentlichung von Piercys ursprünglich bereits 1991 erschienenem Roman, der eine rasante SciFi-Handlung mit einer klaren ökofeministischen Haltung verbindet. Im Jahr 2059 sind die USA eine Einöde, gefahrloses Leben ist nur noch unter Kuppeln möglich. Wie in der Enklave, in der Shira für einen allmächtigen Konzern arbeitet. Doch als ihr Exmann Josh das Sorgerecht für ihren Sohn Ari erhält und ihn ihr wegnimmt, kehrt Shira in die Stadt ihrer Kindheit zurück: Tikva, eine demokratische Oase in der Wüste.
Dort soll sie dem Androiden Yod helfen, möglichst menschlich zu werden. Der Wissenschaftler Avram hat Yod entworfen, um Tikva im Ernstfall zu beschützen, und nicht nur Shiras Großmutter Malkah sieht die Parallelen zum mittelalterlichen Golem. Dann beginnen Shira und Yod, sich ineinander zu verlieben – aber ist das überhaupt möglich? Piercys Zukunftsvision ist auch 2026 noch immer erschreckend plausibel und nimmt es in Sachen Detailgenauigkeit ohne Weiteres mit den Cyberpunk-Szenarien von Gibson oder Stephenson auf. Doch die Autorin verwebt diese Hightech-Welt nicht nur mit der Prager Golem-Legende aus dem 17. Jahrhundert, sondern schafft auch lebendige, komplexe Frauenfiguren für die Ewigkeit – und das lässt sich auch dank der Übersetzung von Heidi Zerning mühelos weglesen.
Hat es Marge Piercy mit „Er, sie und es“ auf unsere Liste der besten Bücher im November 2026 geschafft?
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