Franziska Gerstenberg: So lange her, schon gar nicht mehr wahr

Mick entfremdet sich von seiner Freundin und begibt sich in eine fatale Abhängigkeit. Leonhard projiziert die eigenen Wünsche auf seine Frau und zerstört damit ihre Liebe. Und die 13-jährige Karoline bekommt zufällig einen kleinen Bruder, den sie ebenso zufällig wieder verlieren wird. Franziska Gerstenberg, die bislang ein bisschen allzu sehr auf die junge, coole Großstadtschiene setzte, hat acht Geschichten von zerbrechenden Beziehungen geschrieben, sensibel, zurückhaltend, mit Gespür für die Details jenseits des gelingenden Lebens. Mal prekäre Existenzen sind das, mal gescheiterte, mal kranke – und sie werden nie denunziert, sondern voller Sympathie beobachtet, auf ihrem Weg nach weiter unten. Eine Erzählung, „Du kommst drüber weg“, scheint allerdings ein demanzipatorisches Programm zu verfolgen, da stockt man ein wenig, da denkt man: Vielleicht doch nicht nur sympathisch, was Gerstenberg da macht. Vielleicht.
Literatur


Barrio | Bairro 2026: Zeitgenössische lateinamerikanische Literatur in Berlin
Vom 2. bis 18. Oktober findet zum dritten Mal das lateinamerikanische Literaturfestival Barrio | Bairro statt.

Manik Sarkar stellt „Ochsenkopf“ vor
In seinem spektakulären Debüt „Ochsenkopf“ erzählt der Niederländer Manik Sarkar von einem feingeistigen Metzgersohn.

„Schöne Ruinen“ von Jess Walter
„Schöne Ruinen“ von Jess Walter ist ein Pageturner – und zugleich eine melancholische Meditation über das Älterwerden, die Liebe, die Verantwortung, die wir gegenüber unseren Mitmenschen haben.