Zum Inhalt springen

„H wie Habicht“: Mit Falknern gegen die Trauer

05_H-Wie-HABICHT_c_2025ProtagonistHawkLimited_SaturniaLlcAndChannelFourTelevisionCorporation_AllRightsReserved
(Foto: Saturnia LLC and Channel Four Television Corporation / All Rights reserved)

Nach einer wahren Geschichte: Der Tod ihres Vaters stürzt Autorin Helen McDonald in eine tiefe Krise. Doch dann beginnt sie, einen Habicht zu zähmen …

Filme über Trauerverarbeitung erzählen oft davon, wie Menschen nach einem schweren Verlust wieder zurück ins Leben finden. Mal geschieht das durch neue Beziehungen, mal durch einen Ortswechsel oder eine unerwartete Herausforderung. In „H wie Habicht“, basierend auf dem gleichnamigen Roman, nimmt dieser Prozess jedoch eine ungewöhnliche Form an. Regisseurin Philippa Lowthorpe („Misbehaviour“) erzählt die wahre Geschichte der britischen Autorin Helen Macdonald, die nach dem Tod ihres Vaters beschließt, einen Habicht abzurichten. Eine Vogelart, die dafür bekannt ist, besonders eigenwillig und unberechenbar zu sein.

Helen (Claire Foy) verliert mit ihrem Vater (Brendan Gleeson) nicht nur einen geliebten Menschen, sondern auch ihren wichtigsten emotionalen Anker. Während ihr Umfeld versucht, den Alltag fortzuführen, zieht sie sich zunehmend zurück. Inspiriert von ihrer langjährigen Faszination für die Falknerei richtet sie ihr Leben fortan ganz auf den Habicht Mabel aus. Zwischen ihrer Arbeit in Cambridge und den Erinnerungen an gemeinsame Tage mit ihrem Vater wird die Beschäftigung mit dem Tier immer mehr zu einer Form der Selbsttherapie. Doch je intensiver Helen versucht, Mabel zu kontrollieren, desto stärker wird sie mit ihren eigenen Ängsten, Verletzungen und Sehnsüchten konfrontiert.

So außergewöhnlich diese Ausgangslage auch sein mag, so universell sind die Gefühle, die dahinterstehen. Letztlich erzählt der Film nicht nur von der Zähmung eines Vogels, sondern auch von dem Versuch, das Chaos im eigenen Inneren zu ordnen. Immer wieder spiegeln sich Helens emotionale Kämpfe in der Wildheit des Tieres wider, gerade dadurch gewinnt das Drama eine besondere Kraft. Claire Foy verleiht ihrer Figur eine stille Verletzlichkeit, die niemals in Selbstmitleid abrutscht, während Brendan Gleeson mit wenigen Szenen ein so warmherziges Vaterbild erschafft, dass sein Verlust umso schwerer wiegt. Zwischen den rauen Landschaften Ostenglands, den berührenden Erinnerungen und den intensiven Begegnungen zwischen Mensch und Tier entwickelt „H wie Habicht“ eine beinahe meditative Wirkung. Einer der ungewöhnlichsten Trauerfilme der letzten Jahre.

Beitrag teilen:
kulturnews.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.