Pressure im Kino: Wenn das Wetter über Krieg und Frieden entscheidet
Im Zweiten Weltkrieg entscheiden die Daten einer Wetterstation über den Ausgang des D-Day – und Büroräume werden zum metaphorischen Schlachtfeld.

Alle reden über das Wetter – aber keiner tut was dagegen! Kommt man heutzutage auf das Thema Meteorologie zu sprechen, dann meist im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung. Dabei hat die Thematik deutlich mehr Facetten als steigende Temperaturen und schmelzende Gletscher. Was passiert, wenn das Wetter plötzlich nicht mehr nur Umweltproblem, sondern eine ganz konkrete politische Bedrohung wird, zeigt sich in „Pressure“ von „Hotel Mumbai“-Regisseur Anthony Maras.
1940, mitten im Zweiten Weltkrieg: Ein britisches Wetterforschungsteam wird auf eine abgelegene Insel im Nordatlantik beordert, um dort Daten zu sammeln. Seine Messungen sind für die Alliierten von enormer Bedeutung. Denn sie entscheiden darüber, wann und unter welchen Bedingungen der geplante D-Day stattfinden kann. Als Großbritanniens oberster Meteorologe James Stagg (Andrew Scott) aufgrund seiner pessimistischen Prognosen unter Beschuss gerät, muss er sich mit geballter Fachkompetenz den Respekt seiner Kollegen erarbeiten. Doch der gesamte Stab rund um US-General Dwight D. Eisenhower (Brendan Fraser), darunter Colonel Krick (Chris Messina), möchte die Aktion endlich hinter sich bringen …
„Der Soldat James Ryan“ ist vermutlich der bekannteste Film, der sich bereits mit dem D-Day auseinandersetzt. „Pressure“ erzählt zwar vom selben Ereignis, doch basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Haig wählt Maras eine völlig neue Perspektive. Anstatt an den Stränden der Normandie halten wir uns in den knackig inszenierten 100 Minuten vorwiegend in Büroräumen voller Wetterkarten auf. Dabei geht es weniger um die Frage, ob die Invasion reibungslos vonstattengeht – das sollte man sowieso wissen. Vielmehr entsteht die Spannung aus den wissenschaftlichen Prognosen und hitzigen Diskussionen zwischen zwei komplett gegensätzlich arbeitenden Meteorologen. Der eine setzt auf Fakten, der andere auf Mutmaßungen – keine Frage, auf wessen Seite man da steht – vor allem heute.
Film

Sehenswert

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