Held mit Nervenzusammenbruch
Die Alt-Right-Bewegung in den USA, die Nazi-Beschlüsse vom Wannsee, die brutalen Methoden der Stasi: Hari Kunzru will mit „Red Pill“ zu viel.

Hari Kunzru bringt in seinem neuen Roman „Red Pill“ zu viel unter: Eine brutale US-Krimiserie mit Subbotschaften im Text, die sich überall breit machende Alt-Right-Bewegung der USA, Heinrich von Kleists Ideologie, die Nazi-Beschlüsse vom Wannsee zur Vernichtung der Juden und die brutalen Methoden der Stasi in der DDR. Das alles wird gefiltert durch einen US-Schriftsteller, einen Ehemann und Vater mit Schreibblockade und angehendem Nervenzusammenbruch, der ein Schreibstipendium in Berlin angetreten hat und überall nur Gegner sieht. Dass er auf dem Berliner Filmfestival den Showrunner der US-Serie kennenlernt und ihn als ultrarechten Scharfmacher durchschaut, lässt ihn endgültig kollabieren. Er stalkt den Filmemacher im realen Leben wie auch im Internet – bringt aber nicht viel mehr als Verschwörungstheorien zu Papier. Der Showrunner mag ein zynischer Rechter sein – wir kriegen ihn aber nicht zu fassen, weil der namenlose Held es nicht gebacken kriegt.
„Red Pill“ von Hari Kunzru jetzt bei Bücher.de bestellen
Literatur


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