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„Heute bin ich Samba“: Oder doch eher ein Trauermarsch …

Heute bin ich Samba gibt es in der Arte-Mediathek.
In der Beziehung zwischen Samba (Omar Sy) und Alice (Charlotte Gainsbourg) treffen zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten aufeinander. (© 2014 Studiocanal/Gaumon/Korokoro/TF1 Films Productions Foto: ARTE F)

„Heute bin ich Samba“ bei Arte und in der Mediathek mixt Flüchtlings-Sozialdrama mit albernem Lustspiel. Das gefällt uns gar nicht!

„Heute bin ich Samba“ läuft am 8. Juli bei Arte und ist bis 22. Juli in der Arte-Mediathek zu finden.

In dem Riesenhit „Ziemlich beste Freunde“ machten Eric Tolédan und Olivier Nakache aus einer eigentlich ernsten Geschichte – Gettobewohner schließt Freundschaft mit gelähmtem Reichen – eine erbauliche, oberflächliche Sozialkomödie. Nun versuchen sie sich auf noch ernsterem Terrain – und verheben sich schwer: Samba (Omar Sy) lebt seit zehn Jahren illegal in Paris. Als er verhaftet wird, betreut ihn Alice (Charlotte Gainsbourg), eine depressive Karrierefrau, die sich von ihrem Burn-out als freiwillige Sozialarbeiterin (!) erholt. Alice verliebt sich in Samba, der freikommt, aber weiterhin keine Aufenthaltsgenehmigung hat …

Die prekäre Situation von Einwanderern in Europa und die psychischen Belastungen in der modernen Arbeitswelt sind zwei der brennenden Themen unserer Zeit. Doch vielleicht wäre es besser gewesen, es hätten sich nicht zwei Filmemacher der Aufarbeitung angenommen, die glauben, Wackelkamera sei gleich Glaubwürdigkeit und traurige Filmmusik löse immer Anteilnahme aus.

Der unausgegorene Zwitter aus Sozialdrama und geschwätzigem Lustspiel leidet an seinen unausgegorenen Figuren (Alice lässt andere Hilfebedürftige für Samba sitzen) und zahlreichen Szenen, die nicht der Geschichte, sondern nur sich selbst oder der fastfoodigen Unterhaltung der Zuschauer dienen. Wenn Samba vor der Polizei fliehend seine Schuhe über den Dachrand wirft, weil sein ebenfalls barfüßiger Kumpel ihn aufforderte, die Treter „rüberzuwerfen“, wähnt man sich in einem Laurel-und-Hardy-Slapstick. Wann dreht Til Schweiger eigentlich endlich ein Drama über Lampedusa?

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