MUSIK

Diese gewisse Unberechenbarkeit: „Fleuves de l’Âme“ von Houeida Hedfi

Portraitfoto Houeida Hedfi
Foto: Nina Andersson Voigt

Künstlerinnen wie Yasmine Hamdan oder Juana Molina haben in den vergangenen Jahren die Verbindung traditioneller Volksmusik mit modernen Sounds etabliert und vom Etikett „Weltmusik“ befreit. Die Multiinstrumentalistin Houeida Hedfi tut es ihnen nach und verwebt auf ihrem Debütalbum traditionelle tunesische Volksmusik mit Einflüssen elektronischer Avantgarde – letzteres auch durch Olof Dreijer (The Knife) als Produzent stilsicher lanciert.

Da tummeln sich klassische nordafrikanische Instrumente neben verzerrten orchestralen Effekten, und Tribalrhythmen durchdringen die Songs der ausgebildeten Perkussionistin ebenso wie ihre raffiniert geschichteten Stimmeffekte. Mal verbreitet ein Glockenspiel orientalische Stimmung, angefeuert durch einen leiernden Orient-Beat, dann wieder bedienen Trommeln oder die gezupften Akkorde einer Leier ein eher klassisches Soundsetting. Neben dieser irisierenden Instrumentenmischung überzeugt die Platte von Houeida Hedfi  durch eine gewisse Unberechenbarkeit in den Songs: Der kürzeste dauert knapp über zwei, der längste mehr als 18 Minuten – und jeder einzelne ist in sich spannend und unkonventionell.

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