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„The other Side of Make-Believe“ von Interpol: Die Nuancen entscheiden

Es zahlt sich durchaus aus, ein paar Sommernächte mit „The other Side of Make-Believe“ von Interpol zu verbringen.

Plattencover „The other Side of Make-Believe“ von Interpol

Mitten im Juli veröffentlichen Interpol das siebte Studioalbum – aber ist „The other Side of Make-Believe“ denn nun wirklich wie angekündigt ihr Sommeralbum, wo doch ausgerechnet das legendäre Düster-Doppel Flood/Alan Moulder produziert hat? Einerseits geht es bei Interpol seit mehr als 20 Jahren immer nur um Nuancen, andererseits sind ihre Fans sehr spitzfindig: War der Vorgänger „Marauder“ wirklich so enttäuschend, und ist das – tatsächlich sehr gute – Bandprojekt Muzz von Sänger Paul Banks eine Bedrohung für Interpol? Ja, die Texte der neuen Platte sind für diese Zeiten tatsächlich überraschend optimistisch, und im Drumsound der Single „Fables“ mögen Spuren von R’n’B und HipHop erkennbar sein. Doch wer nicht in Metadiskussionen eingebunden ist, magst zunächst nur anerkennen, dass die New Yorker erneut ein solides Album eingespielt haben, dass nach all der Zeit noch immer nicht altbacken klingt. Es braucht da schon einige Sommernächte, um das Reduzierte im Songwriting und diese neue Brüchigkeit in Banks’ Gesang aufzuspüren. Dann aber verwandeln sich so vermeintlich unscheinbare Interpol-Songs wie „Passenger“ und „Greenwich“ in Begleiter, die in dieser beschissenen Gegenwart einen sehr nachhaltigen Beistand anbieten.

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