„The other Side of Make-Believe“ von Interpol: Die Nuancen entscheiden
Es zahlt sich durchaus aus, ein paar Sommernächte mit „The other Side of Make-Believe“ von Interpol zu verbringen.

Mitten im Juli veröffentlichen Interpol das siebte Studioalbum – aber ist „The other Side of Make-Believe“ denn nun wirklich wie angekündigt ihr Sommeralbum, wo doch ausgerechnet das legendäre Düster-Doppel Flood/Alan Moulder produziert hat? Einerseits geht es bei Interpol seit mehr als 20 Jahren immer nur um Nuancen, andererseits sind ihre Fans sehr spitzfindig: War der Vorgänger „Marauder“ wirklich so enttäuschend, und ist das – tatsächlich sehr gute – Bandprojekt Muzz von Sänger Paul Banks eine Bedrohung für Interpol? Ja, die Texte der neuen Platte sind für diese Zeiten tatsächlich überraschend optimistisch, und im Drumsound der Single „Fables“ mögen Spuren von R’n’B und HipHop erkennbar sein. Doch wer nicht in Metadiskussionen eingebunden ist, magst zunächst nur anerkennen, dass die New Yorker erneut ein solides Album eingespielt haben, dass nach all der Zeit noch immer nicht altbacken klingt. Es braucht da schon einige Sommernächte, um das Reduzierte im Songwriting und diese neue Brüchigkeit in Banks’ Gesang aufzuspüren. Dann aber verwandeln sich so vermeintlich unscheinbare Interpol-Songs wie „Passenger“ und „Greenwich“ in Begleiter, die in dieser beschissenen Gegenwart einen sehr nachhaltigen Beistand anbieten.
Musik

- Tourneen

Fluppe auf Tour: Mit Poesie Richtung Weltuntergang

Shinier World Tour: Art Garfunkel kommt nach Hamburg
Hörenswert

Dad Harmony: Schwedische A-cappella-Väter auf Tour
Es begann auf einem Junggesellenabschied, heute haben Dad Harmony Fans auf der ganzen Welt. Jetzt kommen die Schweden nach Deutschland.

Fast am Altar: Blondshells Fur Elise
Manchmal ist die schönste Metapher eine, die eigentlich gar nicht passt. Mit „Fur Elise“ veröffentlicht Blondshell alias Sabrina Teitelbaum einen Song, der klingt wie die vorletzte Szene eines Coming-of-Age-Films.

- Tourneen |
- Live
