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„Pre Pleasure“ von Julia Jacklin: Höhepunkte für wuschige Fans

Plattencover „Pre Pleasure“ von Julia Jacklin

Auf „Pre Pleasure“ spielt Julia Jacklin ein perfides Spiel, um Herzen und Körper der Zuhörenden zu erobern.

So wie die Loopmaschine im Opener „Lydia wears a Cross“ puckert und Julia Jacklin sich gesanglich räkelt, hat man ein gutes Gefühl, dass der Australierin nach ihrem eher enttäuschenden letzten Album nun wieder eine Lieblingsplatte gelungen ist. Genau wie mit ihrem 2016 erschienenen Debüt „Don’t let the Kids win“, das auch in der kulturnews-Redaktion für wuschige Fans gesorgt hat. Aber ganz so leicht macht es Jacklin denen nun nicht: „Pre Pleasure“ dümpelt größtenteils vor sich hin, und auch wenn besagter Opener noch mit Drums und Gitarre aufrüttelt und auch das folgende „Love, try not to let go“ am verschlafenen Bass ruckelt, kommt die 32-Jährige hier doch nicht so richtig aus dem Quark.

Das liegt womöglich auch an den von Owen Pallett arrangierten Orchesterstreichern, die alles Eruptive, das diese Patte zu bieten hätte, unmerklich versacken lassen. Da ist dieses Gefühl, dass Jacklin die Hörenden mit jedem Song zum Tanzen auffordert, um sie dann auf der Tanzfläche stehen zu lassen. Für manche gehört dieses Spiel aber auch dazu, wenn es darum geht, Herzen oder Körper zu erobern. Das latent Erotische, das „Pre Pleasure“ durchzieht, erlebt immerhin im von Akustikgitarre und Drums sinnlich gestreichelten „Magic“ einen gewissen Höhepunkt. Für wuschige Fans langt das.

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