MUSIK

Liars: The Apple Drop

Angus Andrew alias Liars in einer Höhle mit seltsamen rotem Licht
Foto: Clemens Habicht

20 Jahre sind nun schon seit dem Debüt „They threw us all in a Trench and stuck a Monument on Top“ vergangen: Man hat sich daran gewöhnt, dass Liars sich mit jeder Veröffentlichung neu erfinden und innovative Alben jenseits jeglicher Genrenormen veröffentlichen. Doch zuletzt waren da die Platten „TFCF“ (2017) und „Titles with the Word Fountain“ (2018), die Bandgründer Angus Andrew komplett im Alleingang aufgenommen hat: Auch sie waren sehr gut, aber eben nicht spektakulär. Für das zehnte Album hat er nun den Jazz-Schlagzeuger Laurence Pike, den Multiinstrumentalisten Cameron Deyell und die Texterin Mary Pearson an Bord geholt. Und vermutlich noch viel wichtiger: Bei „The Apple Drop“ hat Andrew zum ersten Mal an Musik für Liars gearbeitet, ohne seine Angstzustände mit Antidepressiva in Schach zu halten. Hier treffen im Bandformat eingespielte Demoaufnahmen auf Computeralgorithmen, und immer wieder treten auch Motive und Figuren der vergangenen 20 Jahre auf, um eine komplett neue Soundwelt zu gestalten. Natürlich brauchen Songs wie „Sekwar“ und „My Pulse to ponder“ etwas Zeit – doch mit jedem Durchlauf wird dieses Hörerlebnis intensiver, das zugleich niederschmetternd und spektakulär ist.

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