„LOL 2.0“: Immer noch unglaublich charmant
Fast 20 Jahre nach dem Erfolg von „LOL“ kehren Tochter Lola und Mutter Anne zurück – und stellen sich ganz neuen Lebenskrisen.
Wir erinnern uns an das Jahr 2008: Regisseurin Lisa Azuelos legt mit „LOL“ einen solchen Erfolg hin, dass sie ihre Coming-of-Age-Dramödie bereits vier Jahre später selbst neu auflegen darf. Nach Sophie Marceau und Christa Théret treten Demi Moore und der damalige Shootingstar Miley Cyrus zur Nachfolge an. Doch der erhoffte Erfolg bleibt aus. Dabei ist das Thema Erwachsenwerden und Identitätsfindung doch eigentlich universell und kein rein französisches Thema. Nochmal 14 Jahre später: Das Remake ist längst vergessen, das zauberhafte Original jedoch nicht. Und wie geht es Lola und ihrer Mutter Anne mittlerweile eigentlich? Dieser Frage geht Azuelos in „LOL 2.0“ auf den Grund.
Die Antwort: Auch im Erwachsenenalter geht es bei Lola (diesmal: Thaïs Alessandrin) nicht weniger chaotisch zu. Frisch getrennt und arbeitslos zieht sie wieder bei ihrer Mutter (immer noch: Sophie Marceau) ein, die gerade schwer damit hadert, dass sie demnächst Oma wird. So alt fühlt sie sich nämlich noch gar nicht …
Das „2.0“ hinter dem Filmtitel kommt nicht von Ungefähr. Soziale Medien und das permanente Online-Sein spielen im Film eine gewichtige Rolle. Doch Azuelos klagt nicht an, im Gegenteil: Instagram, TikTok und Dating-Apps nehmen im Leben der hier porträtierten Mittzwanziger nun mal einen großen Stellenwert ein – und der muss längst nicht immer negativ sein. Überhaupt hat die Regisseurin und Drehbuchautorin in ihrer Beobachtung einer ganzen Generation nichts an Akkuratesse und Detailverliebtheit eingebüßt.