„Enchantment under the Sea“ von Marriage Material: Blick in den Rückspiegel
Auf seinem zweiten Album wandelt das Quartett auf den Spuren von Gong, Gentle Giant, Zawinul und Zappa – mit Erfolg.

Das Coverartwork von „Enchantment under the Sea“ ist ein charmanter Hinweis auf die Dekade, in der man nach musikalischen Vergleichen suchen muss: Bei Marriage Material schimmert so viel Gong, Gentle Giant, Zawinul und Zappa durch, dass man die Formation getrost als Wiedergänger jener in alle Richtungen explodierenden 1970er bezeichnen darf. In jenem Jahrzehnt suhlen sich virtuos und mit großer Spielfreude Drummer Felix Lehrmann, Bassist Thomas Stieger, Raphael Meinhart mit den Mallets in den Händen und der finnische Gitarrist Arto Mäkelä.
Kerben in ihren Colts haben die vier reichlich als Sidemen bei den ganz Großen des europäischen Jazzrock, aber das Projekt Marriage Material steht gänzlich für sich selbst – wer mit wem, das ist hier überflüssig. Viel Zeit zum Durchatmen lassen die Vier ihrem Hörpublikum nicht, bis auf ein paar eingestreute Akustikstrings („Silent Creek“) stehen alle Regler meistens auf zwölf – ein hochintensives Hörerlebnis mit dem langen Blick in den Rückspiegel der Genrehistorie.
Musik


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