Messer: No Future Days

No Future Days
Trocadero
POSTPUNK Wann schläft Hendrik Otremba eigentlich? Nachdem er im letzten Jahr mit dem spektakulären Roman „Kachelbads Erbe“ den Literaturbetrieb aufgemischt hat, folgt nun auch schon das vierte Album seiner Band Messer. Auf „No Future Days“ entwickelt die nach dem Weggang des Percussionisten Manuel Chittka zum Quartett geschrumpfte Gruppe aus Münster und Berlin ihren sehr eigenen Postpunksound weiter, indem sie sich auf die Wendezeit zwischen den 1970er und 80er Jahren bezieht und diesen Übergang für das musikalische Jetzt neu durchspielt: Nachdem bereits die Vorabsingle „Anorak“ dezente Dub-Referenzen integriert hat, kommen bei „Tod in Mexiko“ auch Synthesizer und Vocoder zum Einsatz, und weil sich Otrembas Gesang stärker in den Bandsound integriert, klingen Messer insgesamt kompakter und grooveorientierter. Natürlich lassen sich Songtitel wie „Der Mieter“ als Rückbezüge zum Roman interpretieren – doch betrifft das vor allem den Klang und die Assoziationen bestimmter Schlüsselworte. Inhaltlich geht es auf „No Future Days“ um eine sehr persönliche und eigenständige Auseinandersetzung mit Erinnerungsräumen: Der Text von „Das verrückte Haus“ speist sich aus einem Gespräch Otrembas mit Bassist und Produzent Pogo McCartney, bei dem die Topografie einer Kindheit den Verlust eines engen Familienmitgliedes fühlbar macht. „Tiefenrausch II“ knüpft an einen Song von „Die Unsichtbaren“ an, findet bei der Begegnung mit Otrembas verstorbenen Vater aber versöhnlichere Worte: „Ich will dich nicht vergessen, den Kindern geht es gut, die Kinder werden Eltern nun, verlieren nicht den Mut.“ Spätestens aber mit dem fast siebenminütigen Prog-Reggae-Abschluss „Versiegelte Zeit“ weitet sich die Perspektive, die trotz aller Hoffnungsschimmer die Gegenwart nicht verkennt: „Männer in grünen Regenmänteln stehen im Spalier. Etwas in mir sagt mir, die waren früher schon mal hier.“ cs
Musik


Twisted Teens pendeln zwischen Heulen und Heilung
- News

Immer ein Schritt von Streichelt: Mit Melancholie aus der zweiten Reihe
Hörenswert

- Tourneen |
- Live
The Australian Pink Floyd Show 2027 zurück auf der Bühne
The Australian Pink Floyd Show ist zurück.Die aktuelle Show der weltberühmten australischen Coverband lautet „2027 Greatest Hits World Tour“

Hmltd haben ihr drittes Studioalbum Fangs released
Tanzende Vampire, die ihr Spiegelbild suchen: Hmltd meldet sich mit drittem Studioalbum zurück und liefert ein neues elektronisches Konzept.

BEABADOOBEE geht erstmals auf Arenatour
und, ein Gastauftritt und große Arenen: Beababoodee wagt mit ihrem Album „Pylon“ den nächsten Schritt
