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„Formentera“ von Metric: Flucht auf die Touristeninsel

Mit „Formentera“ finden Metric einen ganz und gar eigenen Sound, der weder zeitgemäß noch abgehängt klingt.

Plattencover „Formentera“ von Metric

Auch Metric hatten in den letzten Jahren ihren Sehnsuchtsort: Auf „Formentera“ sind sie im Lockdown durch einen Reiseführer gestoßen, der während der Aufnahmen des achten Studioalbums in ihrem Studio in Toronto rumgelegen hat. Bevor sich mit dem orchestralen Bombast des Titelstücks aber die Fluchtmöglichkeit auftut, müssen die Hörenden noch einmal durch den ganzen Mist der jüngsten Vergangenheit: Der zehnminütige Opener „Doomscroller“ ist ein irrer Ritt, der Krieg, Pandemie, Informationsoverkill, soziale Ungerechtigkeit und Klimakrise mitdenkt, während die Single „All comes crashing“ nach Bezugspersonen im Katastrophenfall fahndet und so zu einem Statement für Diversität wird. Die Band um Sängerin Emily Haines hat zwischen Synthiepop und Indiegitarre inzwischen zu einem ganz und gar eigenen Sound gefunden, der alles andere als zeitgemäß ist, trotz aller Großgestigkeit aber eben auch nicht abgehängt klingt. Und sollte die hier titelgebende Touristeninsel mit ihren gut 10 000 Einwohnern mal ein Festival stemmen, empfehlen sich Metric nicht zuletzt durch die Hymne „What feels like Eternity“ als Headliner.

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