Miles Davis: Live at Montreux

Darüber, wie lange Claude Nobs und Quincy Jones ihn bearbeiten mussten und mit welcher Taktik sie Miles Davis letztlich auf die Bühne am Genfer See zerrten, lässt sich nur spekulieren. Am Ende sagte das verschrobene Genie ja sagte zu der Hommage an den Ende der 80er Jahre gestorbenen Gil Evans – vielleicht weil Davis spürte, es könnte sein letzter Ausflug nach Montreux werden. Der Abend in Nobs’ guter Stube zeigt einen ruhig, ja fast freundlich disponierten Miles Davis Davis, der sich die Soli unter anderem mit Wallace Rooney teilt. Dessen konzertanter Trompetensound reibt sich elegant an Davis’ knorrigem Ansatz. Unter Quincy Jones’ unaufgeregtem Dirigat spielt sich die Band fast ein wenig zu verhalten durch „Boplicity“, „Maids of Cadiz“ und „Miles ahead“. Ein gepflegter Abend mit großer Atmosphäre, aber kaum echten Höhepunkten. Als Bonus gibt es Interviewschnipsel mit Menschen wie Claude Nobs, Michel Petrucciani, Stanley Clarke oder Charlie Haden, die darüber sprechen, wie er denn so war, der Mensch Miles Davis. Eher ungewollt zeigen diese Statements das Gegenteil: dass wohl niemand richtig kannte.
Musik


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